Sehenswürdigkeiten in Wismar
Das Rathaus von Wismar ist ein klassizistischer Bau der zwischen 1817 und 1819 vom Ludwigsluster Hof- und Landbaumeister Johann Georg Barca wiederaufgebaut wurde, nachdem 1807 der linke Flügel des alten Rathauses eingestürzt war. Noch brauchbare teile des gotischen Baus wurden in den neuen Bau integriert. Im Rathauskeller können Besucher sich in einer ständigen Ausstellung mit Namen „Wismar – Bilder einer Stadt“ über die Stadtgeschichte informieren. Täglich geöffnet von 10.00-18.00 Uhr.
Der Marktplatz von Wismar ist mit einer Fläche von 100 x 100 Metern einer der größten in Norddeutschland und umrahmt von stolzen Bürgerhäusern aus verschiedenen Epochen.
Der Alte Schwede wurde etwa 1380 erbaut und war ursprünglich ein Wohn- und Geschäftshaus mit Speicherböden darüber. Seit 1878 ist in dem Gebäude eine Gastwirtschaft mit Namen Alter Schwede, zur Erinnerung an die Zeit (1648-1803) in der Wismar schwedisch war.
Die Wismarer Wasserkunst wurde zwischen 1580 und 1602 im Stil der holländischen Renaissance vom niederländischen Baumeister Philipp Brandin erbaut und diente bis 1897 zur Versorgung der Stadt mit Trinkwasser.
Um 1450 wurde das ehemalige Wohnhaus des Archidiakons im Stil der norddeutschen Backsteingotik gebaut, Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde es aufwendig rekonstruiert. Besonders schön ist der Staffelgiebel an der Nordseite, der reich gegliedert und mit Windlöchern verziert ist.
Einst war der Fürstenhof Sitz der mecklenburgischen Herzöge, heute besteht das Gebäude aus zwei annähernd rechtwinklig zueinanderstehenden Flügeln. Der westliche Flügel, das Alte Haus, wurde 1512/13 im spätgotischen Stil erbaut, das Neue Haus 1553 bis 1555 im Stil der italienischen Renaissance, reich verziert mit Kalkstein- und Terrakottaschmuck. Zwischen den Geschossen befinden sich figürliche Friese und auch die Portale und die Tordurchfahrt sind reich gestaltet. Der Fürstenhof war von 1653 bis 1802 Sitz des höchsten schwedischen Gerichts für die Besitzungen in Norddeutschland.
In der Krämerstraße / Ecke Lübsche Straße steht ein vierstöckiger Jugendstilbau, der das Stammhaus der Karstadt AG ist. Im Karstadthaus wurde 1881 von Rudolph Karstadt mit nur einem Angestellten ein Imperium gegründet. Früher wie heute war die Krämerstraße eine Geschäftsstraße, in der noch heute viele der alten Giebelhäuser zu bewundern sind.
Der Lindengarten entstand 1815 auf dem Gebiet der ehemaligen schwedischen Befestigungsanlage. Er wurde aus Spenden finanziert und verfügt über einen schönen alten Baumbestand. Hier kann man Verweilen und Ruhe finden oder auf den schön angelegten Wegen am Mühlenbach wandeln.
Ebenfalls von Philipp Brandin erbaut wurde von 1569 bis 1571 das Schabbellhaus. Es diente ursprünglich als Brau- und Wohnhaus. Gebaut wurde das Gebäude für den späteren Wismarer Bürgermeister Heinrich Schabbell. Erbaut als eines der frühesten Renaissancegebäude im Ostseeraum zeigt es die typisch niederländische Materialkombination aus Backstein und schmückenden Sandsteinelementen.
Ein bedeutendes Zeugnis barocker schwedischer Militärarchitektur ist das Zeughaus, das im Jahre 1700 erbaut wurde. Einzigartig ist die doppelte Hängekonstruktion des Dachstuhls, sie ermöglicht ein stützenfreies Obergeschoss von 60 x 15 Metern. Die komplette Last des Dachstuhls ruht auf der Umfassungsmauer.
Seit 1648 wurde das Haus „Zum Weinberg“ als Weinhandlung genutzt. Das Gebäude wurde 1355 errichtet, 1575 im Renaissancestil umgestaltet. Sehenswert ist die Diele mit der bemalten Balkendecke.
Das Wassertor wurde 1450 an Stelle eines Vorgängerbaus im spätgotischen Stil erbaut und ist das letzte von fünf Stadttoren in der 4 Meter hohen Stadtmauer. Auf der Stadtseite hat das Tor den typischen spätgotischen Stufengiebel, der Nordgiebel wurde um 1600 umgestaltet und zeigt die Form eines Dreiecks. Beide Seiten sind mit Wappen geschmückt.
Lohberg heißt ein Platz in der Nähe des Alten Hafens mit farbenprächtigen Lagerhäusern und Speichergebäuden. Hier befinden sich heute zahlreiche Kneipen und Restaurants.
Auch das Straßenensemble der Scheuerstraße mit den Giebel- und Traufenhäusern ist absolut sehenswert. Die Stile reichen von der Gotik bis zum Klassizismus.
Die St. Nikolai Kirche ist eine der drei großen Kirchen der Stadt Wismar. Von der Marienkirche steht nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg allerdings nur noch der hohe Turm der weithin sichtbar ist. Die St. Nikolai Kirche ist ein spätgotischer Backsteinbau mit einem 37 Meter hohen Mittelschiff. Nach Köln und Ulm das höchste Deutschlands. In der Kirche befinden sich prachtvolle Altäre und auch der Fassadenschmuck ist sehenswert.
Geschichte Wismars
Die Hansestadt Wismar liegt an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern in der Wismarbucht, die von der Insel Poel geschützt wird.
2002 wurde die Altstadt Wismars zusammen mit der Altstadt von Stralsund unter der Bezeichnung Historische Altstädte Stralsund und Wismar in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Durch archäologische Funde ist belegt, dass das Gebiet Wismars schon seit Jahrtausenden besiedelt ist. Nach den Germanen war die Region von den wendischen oder slawischen Obodriten besiedelt.
1938 wurde dem nördlich von Wismar am Salzhaff gelegenen Dorf Alt Gaarz das Stadtrecht verliehen und es wurde in Rerik umbenannt. Eine willkürliche Entscheidung ohne wirklichen wissenschaftlichen Hintergrund, die die Weltanschauung de Nationalsozialisten demonstrieren sollte.
Das ursprüngliche Reric, dass 808 n. Chr. zerstört wurde, war ein bedeutender Fernhandelsplatz der Wikinger. Seine Rolle wurde von Haithabu in Schleswig-Holstein übernommen.
Der Name Wismar wird erstmals für 1147 erwähnt, in der 20 Jahre später entstandenen Knytlinga Sage. In einer Urkunde von Heinrich dem Löwen aus dem Jahre 1167 wird erstmals der Name Wismar als „aqua que Wissemara dictur, as aquem Wissemaram „erwähnt. Rund 60 Jahre später wird die Stadt gegründet.
Es wird angenommen, dass der Name der Stadt Wismar vom östlich gelegenen Fluss herrührt.
Geschätzt wird die Stadtgründung auf das Jahr 1226 und soll auf den Fürsten Heinrich Borwin I., den Herrn zu Mecklenburg zurückgehen. Die hier angesiedelten Menschen stammten, wie ihre Familiennamen vermuten lassen, aus Holstein, Westfahlen, Niedersachsen und der Mark.
1229 wurde die Stadt Wismar erstmals urkundlich erwähnt und kurz darauf wird das Lübische Stadtrecht eingeführt.
Schon ein paar Jahre nach der Stadtgründung wurde Wismar ein Mitglied der Hanse und im Jahre 1280 bildete es zusammen mit Stralsund, Rostock, Lübeck und Hamburg den Wenischen Städtebund. Im Mittelalter war Wismar ein wichtiges Mitglied der Hanse und seine hanseatische Tradition ist auch heute noch spürbar.
Im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden besetzt fiel Wismar 1648 zusammen mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster an die schwedische Krone. Ende 1675 wurde Wismar im Zuge des Schonischen Krieges von dänischen Truppen besetzt und wurde erst 1680 wieder schwedisch. Die schwedische Herrschaft endete 1803.
1848 wurde die erste Eisenbahnlinie nach Schwerin gebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Wismar ein Teil der damaligen DDR. Nach der Wende beschloss der Rat der Stadt 1990, dass Wismar wieder den offiziellen Namen „Hansestadt Wismar“ trägt.
Ab 1991 wurde der historische Stadtkern gründlich saniert.
Veranstaltungen und Kultur in Wismar
Veranstaltungen
Noch bis zum 31.12.2010 läuft in den Kirchen St. Marien und St. Georgen die Ausstellung Wege zur Backsteingotik – „Gebrannte Größe – Bauten der Macht“ in der die Besucher die Techniken des gotischen Backsteinbaus erleben können.
11.06.-13.06. Während der 19. Hafentage der Hansestadt Wismar werden auf dem Wasser alte Traditionsschiffe wie die Poeler Kogge zu sehen sein, und an Land findet ein Jahrmarkt mit Spaß für die ganze Familie statt.
30.07.-01.08.2010 8. Internationalen Straßentheaterfestes „boulevART“ mit nationalen und internationalen Komödianten auf den Plätzen der Hansestadt.
20.08.-22.08. Das Schwedenfest in der Hansestadt Wismar ist ein traditionelles Volksfest mit authentischem geschichtlichen Hintergrund.
12.09.2010 Tag des offenen Denkmals
30.06.-03.07.2011 800. Hafengeburtstag
Museen
Das Stadtgeschichtliches Museum Wismar im Schabbellhaus ist leider zurzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
In der Galerie hinter dem Rathaus finden wechselnde Kunstausstellungen statt. Mehr dazu unter www.galeriewismar.de
Das Technische Landesmuseum e. V. beschäftigt sich mit der Technikgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns mit Schwerpunkt auf der Verkehrsgeschichte.
In den historischen Kellergewölben der Hanse Sektkellerei erfahren Besucher alles über die traditionelle Sektherstellung. Im alten Gewölbe finden Sektverkostungen und Veranstaltungen aller Art statt. Natürlich gibt es auch einen Fabrikverkauf. www.hanse-sektkellerei.de
Bäder in Wismar
Das Freizeitbad Wonnemar ist ein Erlebnis-, Gesundheits- und Wellnessbad mit Saunawelt.
Gastronomie in Wismar
Auch in Wismar gibt es natürlich viele Möglichkeiten gut zu essen, zum Beispiel in am Lohberg.
Öffentliche Verkehrsmittel in Wismar
Auch in Wismar gibt es Tageskarten für den öffentlichen Nahverkehr. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Messetermine in Wismar
Der nächste Termin für die Hanseschau Wismar steht noch nicht fest. Sie ist eine Erlebnismesse für die ganze Familie.
Ausflugsziele in der Nähe von Wismar
Besucher sollten auf jeden Fall einen Ausflug zur Insel Poel machen. Hier befinden sich neben dem Inselmuseum auch eine Bastionskirche aus dem 13. Jahrhundert und die Galerie im Gutshaus Wangern.
Im Ostseebad Boltenhagen lockt das Buddelschiffmuseum jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Ein Spaß für Jung und Alt sind die Ausflugsfahrten mit der Boltenhagener Bäderbahn „Carolinchen“.
Weitere schöne Ausflugsziele in der Nähe sind Bad Doberan, Rostock, Schwerin und Güstrow.







