Die östlichste Stadt Deutschlands liegt in Sachsen an der Grenze zu Polen und hat natürlich seinen Besuchern so einiges zu bieten.
Sehenswürdigkeiten in Görlitz
Der Schönhof ist einer der schönsten Renaissancebauten nördlich der Alpen und wurde ab 1526 unter Einbeziehung des bei dem großen Stadtbrand 1525 zerstörten Vorgängerbaus von Wendel Roskopf wieder errichtet. In dem Gebäude haben zahlreiche Landesherren übernachtet und seit 2006 beherbergt es das Schlesische Museum.
Die Altstadtbrücke in Görlitz wurde erstmals 1298 erwähnt. Die damalige Holzbrücke musste nach Zerstörungen durch Belastung, Feuer und Hochwasser immer wieder erneuert werden und erst 1906/07 entstand dort eine Steinbrücke mit Stahlbögen. 1945 wurde die Brücke von der Wehrmacht gesprengt und erst spät wieder aufgebaut. Seit 2004 verbindet sie wieder die Zwillingsstädte Görlitz und Zgozelec.
Als Görlitz 1847 an das sächsische und preußische Eisenbahnnetz angeschlossen wurde und das 475 Meter lange Neißeviadukt errichtet wurde, entstand in Görlitz zunächst ein kleiner Bahnhof, Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte die Lage von Görlitz als Verkehrsknotenpunkt allerdings einen Neubau notwendig. Die Empfangshalle mit ihren Deckenausmalungen wurde 1917 fertig gestellt.
Das 1570 für den aus Weimar stammenden Waidhändler Hans Heinze umgebaute Biblische Haus wurde von dem Bildhauer Hans Kramer mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament verziert.
Das Finstertor ist das einzige noch erhaltene Stadttor der Nikolaivorstadt. In dem Fachwerkhaus direkt daneben wohnte der Scharfrichter, der wegen seines unehrenhaften Berufs außerhalb der Stadt angesiedelt war.
Für Besucher von Görlitz auch interessant ist der Flüsterbogen des Hauses Untermarkt 22. Dieser ist wegen seiner akustischen Eigenschaften etwas Besonderes. Flüstert man hier auf der einen Seite etwas hinein, kann man es auf der anderen Seite gut verstehen.
Leider zurzeit nur eingeschränkt besichtigt werden kann das Jugendstilkaufhaus aus dem Jahre 1912/13. Die nach Plänen des Potsdamer Architekten Carl Schmanns errichtete Skelettkonstruktion wurde nach Vorbild des Berliner Kaufhauses Wertheim gebaut. Das Gebäude mit dem imposanten Lichthof ist eines der wenigen Warenhäuser dieser Art, die den Krieg überstanden.
Das Rathaus wurde 1369 erstmals erwähnt und verdankt seine heutige Gestalt zahlreichen Umbauarbeiten unter anderem durch Wedel Roskopf d. Ä. oder Jürgen Kröger. Endgültig fertiggestellt wurde es 1903.
Die Frauenkirche von Görlitz ist eine Besonderheit, da sie als einzige über keine eigene Pfarrgemeinde hatte und durch Spenden unterhalten wurde.
Hoch über der Neiße thront die Paulskirche, hervorgegangen aus der frühen Burgkirche des 11. Jahrhunderts. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist das Wahrzeichen der Stadt und von Osten kommend fällt sofort der mächtige Ostchor mit dem Kupferdach ins Auge. Zwischen 1423 und 1497 wurde sie zur fünfschiffigen Hallenkirche umgebaut.
Bis 1372 war die Nikolaikirche, als älteste Görlitzer Kirchengründung, die Hauptkirche der Stadt. Der in spätgotischem Stil errichtete Neubau wurde 1452 begonnen, verzögerte sich aber wegen der Arbeiten an der Peterskirche und wurde erst 1515 fortgesetzt. Die Kirche wurde mehrfach durch Brände beschädigt und war jahrhundertelang Begräbniskirche.
Der Nikolaifriedhof in Görlitz ist der älteste der Stadt und seine mehr als 600 zumeist barocken Grabmale, die Grufthäuser und der Pestfriedhof sind durchaus sehenswert.
Die ehemalige Synagoge von Görlitz wurde während des Brandanschlags im November 1938 zwar nur mäßig zerstört, verfiel aber bis 1990 und erst seit 1991 werden Bestandsicherungs- und Sanierungsarbeiten vorgenommen.
In Görlitz gibt es zahlreiche historische Brunnen und moderne Wasserspiele, was für eine angenehme Atmosphäre besonders während der Sommermonate sorgt.
Geschichte von Görlitz
- 1071 erstmalige Erwähnung von Görlitz durch Heinrich IV.
- um 1220 entwickelt sich Görlitz zur Stadt und bekommt 1303 das Stadtrecht und 1329 Gerichtsbarkeit, Münzrecht und Salzstapel
- 1346 wird der Sechsstädtebund zwischen Bautzen, Görlitz, Lauban (Luban), Löbau, Kamenz und Zittau gegründet
- 1815 Görlitz wird preußisch
- 1830 Christoph Lüders eröffnet die Wagenbauanstalt, die noch heute der größte Industriebetrieb in Görlitz ist
- 1847 Anschluss an das sächsische und preußische Eisenbahnnetz
- 1945 Görlitz wird geteilt in einen polnischen (Zgorzelec) und einen deutschen Teil, als die Lausitzer Neiße die Grenze zwischen Polen und Deutschland wird
- 1998 die Europastadt Görlitz/Zgorzelec wird proklamiert
Veranstaltungen und Kultur in Görlitz
Veranstaltungen
- 27.-29. August 2010 – Altstadtfest Görlitz und Jakuby Fest Zgorzelec
- 10.-12. September 2010 – Patrimonium Gorlicense und Tag des offenen Denkmals
- 11. September 2010 – Lange Nacht der Museen
- 3.-12. Dezember 2010 Christkindelmarkt Görlitz
Museen
Im Schlesischen Museum zu Görlitz können die Besucher im wunderschönen Schönhof 900 Jahre schlesische Geschichte erleben.
Das Kulturhistorische Museum von Görlitz ist auf drei unter Denkmalschutz stehende Gebäude, Dien Kaisertrutz, den Reichenbacher Turm und das Barockhaus Neißestraße 30 aufgeteilt. Die ersten beiden sind miteinander verbunden und man erfährt hier alles über die Geschichte der Stadt. Im Barockhaus Neißestraße 30 sind wissenschaftsgeschichtliche Sammlungen zu sehen.
Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz informiert seine Besucher über die natürliche Vielfalt und Schönheit der Landschaft und den Artenreichtum der Gegend. In weiteren Ausstellungen kann man auch etwas über Geologie und die Tiere in Regenwäldern und Savannen lernen.
Das Spielzeugmuseum Görlitz präsentiert mehr als 4000 Spielzeuge aus dem Erzgebirge und entführt Besucher in vergangene Zeiten. Sehenswert ist besonders eine vier Quadratmeter große Miniaturlandschaft unter Glas.
Bäder und Zoo in Görlitz
Das Neiße-Bad in Görlitz kann aufwarten mit Wellness- und Sportbecken, Whirlpool und Eltern-Kind Bereich. Mehr finden Sie unter www.neisse-bad-goerlitz.de
Der Naturschutz-Tierpark Görlitz bietet großen und kleinen Besuchern gepflegte Parkanlagen, Streichelgehege und Abenteuerbrücke und ist einer der schönsten Tierparks Mitteldeutschlands mit rund 500 Tieren.
Gastronomie in Görlitz
Görlitz kann sowohl mit regionalen Spezialitäten als auch mit internationaler Küche aufwarten.
Öffentliche Verkehrsmittel in Görlitz
Für Besucher der Stadt Görlitz empfiehlt sich ein eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel.
Ausflugsziele in der Nähe von Görlitz
Eisenbahnfreunde kommen in der Region ganz sicher auf ihre Kosten. Es gibt die SOEG Schmalspurbahn im Zittauer Gebirge mit Dampfloks und Fahrten während des ganzen Jahres. www.seog-zittau.de
Die Waldeisenbahn Muskau ist die größte Museumseisenbahn ihrer Art in Deutschland und besteht seit 1895. Die Fahrzeuge der 600 Millimeter Schmalspur laden zu vielen Fahrten zwischen März und Oktober ein. Sonderfahrten mit Dampf oder Diesellokomotiven sind ganzjährig möglich. Mehr Informationen finden Sie hier.
Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und sicherlich auch einen Besuch wert.
Auch die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde e.V. führen zahlreiche Sonderfahrten und Veranstaltungen mit ihren historischen Fahrzeugen durch. www.osef.de
Ein schönes Ausflugsziel für die ganze Familie sind auch Kleinwelka mit dem Saurierpark, dem Miniaturenpark und dem Irrgarten, die Rodelbahn Oberoderwitz, die Kulturinsel Einsiedel, die Freizeit-Oase Olbersdorfer See und das Technische Baudenkmal Bagger 1452.
Wander- und Badespaß kann man an den Lausitzer Seen haben. Nach dem Ende der Badesaison ist das Abfischen der Karpfenteiche ein besonderer Höhepunkt.
Von Görlitz aus kann man auch wunderbar Ausflüge nach Polen oder Tschechien in die malerische Bergwelt des Iser-und Riesengebirges unternehmen und auch nach Prag oder Wroclaw (Breslau).
Und auch in die sächsischen Städte Radebeul, Meißen, Freiberg, Kamenz, Zittau und Bautzen ist es nicht weit.









