Sehenswürdigkeiten Marburgs
Marburg ist die siebtgrößte Stadt in Hessen und liegt etwa in der Mitte zwischen Frankfurt am Main und Kassel.
Am besten fängt man im Herzen der Stadt an: am Rathaus und dem Marktplatz.
Das Rathaus wurde von 1512 bis 1527 erbaut. Auch heute noch ist der Marktplatz der Mittelpunkt mit viel Leben. Mittwoch und Samstag hält dort noch wirklich ein Markt, aber auch sonst ist es lebendig mit einigen Cafés. Der Renaissanceturm mit Uhrgiebel wurde 1581 angebaut.
Über der Altstadt thront das Landgrafenschloss. Es gibt noch original erhaltene Gebäudeteile aus dem 13. Jhd. Auch Reste alter Burganlagen im Untergeschoss sind sehenswert, teilweise aus dem 9. und 10. Jhd.
Der Fürstensaal aus dem 13. Jhd. wird heute noch für festliche und kulturelle Anlässe genutzt.
Der Boden der Schlosskapelle weist noch die original glasierten Tonfliesen auf.
Unter dem Landgrafenschloss befindet sich eine groß angelegte Befestigungsanlage mit Geschützständen, den Kasematten. Nicht unbedingt geeignet, wer nur spazieren gehen möchte, denn der Anstieg/Abstieg hat es in sich.
Einmal die Woche gibt es Führungen zu den Kasematten, von April bis Oktober samstags 15.15 Uhr mit Treffpunkt am Schlossvorhof.
Ein weiterer Anziehungspunkt ist die Elisabethkirche. Kaum einer kann sich Ihrem Charme entziehen und so besuchen nicht nur Pilger und die Marburger selbst dieses Prachtbauwerk, sondern auch viele Touristen.
Öffnungszeiten sind im Winter von 10 bis 16 Uhr und im Sommer von 9 bis 18 Uhr.
Als Marienkirche erbaut ab 1235, wurde sie 1283 endlich geweiht. Es vergingen allerdings noch weitere 50 Jahre bis die 80 Meter hohen Türme vollendet waren.
Auch kunsthistorisch ist die Elisabethkirche was Besonderes: es ist die erste rein gotische Hallenkirche Deutschlands.
Die “einfache” Kirche schmückten viele Wandmalereien, von denen leider viele zerstört sind.
Ein Stückchen Geschichte ab dem Mittelalter erzählt der “Christian” an der Wasserscheide. 1988 wurde das bronzene Denkmal dem bekannten Marburger Original gewidmet.
An der Wasserscheide durch eine Nebenpforte durchschritt die Heilige Elisabeth im 13. Jhd. die Hiltwinspforte. Nach ihrem Tode im Jahre 1231 zog es viele Menschen nach Marburg, sodass die Nebenpforte zum Haupttor wurde. 1235 wurde davor das Tor für die Neustadt gebaut.
Die Stadtmauer von einst führte hinauf zum Schloss; es sind noch Reste zu finden sowie Trinkwasserbrunnen. Noch bis 1883 wurde das Wasser in unterirdischen Wasserbecken mit Rohren von einer 2 km entfernt gelegenen Quelle nach Marburg geführt.
In der historischen Brunnenkammer zeigt eine Ausstellung eindrucksvoll die Wasserversorgung der Stadt.
Die Wasserscheide selbst steht für die Entwässerung von Abwasser und Regenwasser. Der höchste Punkt, da wo “Christian” steht, wurde es in verschiedene Richtungen abgeleitet.
Das einzige noch heute genutzte Stadttor aus dem Mittelalter ist das Kalbstor. Dort anschließend findet man auch noch Teile der alten Stadtmauer.
Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Steinerne Haus; nicht nur wegen des Toilettenkerkers, der schon lange nicht mehr als solcher genutzt wird, sondern weil in diesem schönen Haus von 1319 viele Trauungen stattfinden. Seit einigen Jahren ist das Standesamt zwar ausgezogen, aber das Trauzimmer gibt es immer noch. Fast 90 % aller Trauungen in Marburg finden hier statt. Auch Reiswerfen darf man hier noch.
Das Steinerne Haus trägt seinen Namen, da es etwas besonders war, so ein massives und damit teures Haus zu bauen. Der typische Bau dieser Zeit waren die Fachwerkhäuser.
Vom 14. bis 19. Jhd. lebten wichtige Patrizier- oder Bürgerfamilien in dem Haus.
Der mittelalterliche Charme der Stadt kann man bestens an der Wendeltreppe erfahren.
Gelegen zwischen dem Fluss und dem Schloss ist das knapp 100 lange Gässchen zu finden. Auf beiden Seiten von den typischen Fachwerkhäusern eingebettet, muss man einige Stufen tief hinabsteigen, um dann wieder hinaufzuklettern. Dann ist man am Lutherischen Kirchenhof angekommen; weiter zum Schloss warten dann allerdings nochmal 175 Stufen vor einem.
Schon die Gebrüder Grimm hatten ihren Spaß an dieser typisch Marburger Eigenart. Die Gebrüder wohnten in der Barfüßerstr. 35 und um in die Wohnung ihres Professors zu gelangen, gab es auch dorthin einen direkten Treppenweg.
Die Alte Universität wurde 1291 auf Dominikanerklosterboden gegründet. Seit 1527 wurde hier das Wissen gepflegt. Es ist auch das Gründungsjahr der Marburger Hochschule, der ältesten protestantischen Universitätsgründung.
Die 1903 eingeweihte Aula ist heute die “Alte Aula”. Historische Malereien zeigen die Marburger Geschichte. Führungen werden nur nach vorheriger Anmeldung gemacht.
Eine tolle Aussicht über die Stadt Marburg hat man vom Wilhelmsturm/Spiegelturm.
Geschichte Marburgs
- 9./10. Jhd. Nachweis einer Besiedlung durch Steingebäude. Wahrscheinlich Sitz eines örtlichen Adelsgeschlechts aus spätkarolingischer Zeit.
- 11./12. Jhd. Bau eines Wohnturmes mit Umfassung aus Stein
- 1138 wird die Marcburg urkundlich erstmals erwähnt als Besitz des Landgrafen von Thüringen
- 1140 Prägung der Marburger Pfennige
- 1222 Marburg wird als Stadt genannt
- 1228 Gründung des Franziskushospitals durch Elisabeth, Tochter des Königs von Ungarn und Witwe des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen
- 1231 Elisabeths Tod
- 1235 erfolgt die Heiligsprechung Elisabeths. Damit beginnt auch der Bau der Elisabethkirche des Deutschen Ordens
- 1248 Gründung des Landes Hessen durch Sophie von Brabant, Elisabeths Tochter
- 1260 Marburg wird zur Residenz und Festung
- 1319 ein Feuer vernichtet fast die ganze Stadt
- 1348/49 wütet die Pest in Marburg
- 1512/27 Baubeginn des Rathauses
- 1527 Gründung der ersten protestantischen Universität durch Landgraf Philipp dem Großmütigen
- 1604 Teilung: Marburg ist nicht mehr Residenz, sondern ein Teil Hessen-Kassel
- 1807/13 Marburg gehört jetzt zu Westfalen (Jerome Bonaparte)
- 1810 Die Elisabethkirche wird 17 Jahre lange geteilt sein (protestantisch/katholisch)
- 1850 Bahnverbindung Kassel – Marburg wird eröffnet, zwei Jahre später auch Verbindung nach Frankfurt
- 1866 Marburg wird Kurhessen preußisch
- 1901 Nobelpreis der Medizin geht an Emil von Behring
- 1904 Gründung der Behring – Werke (Impfstoffe und Seren)
- 1972 750 Jahre Marburg
Museen in Marburg
Ganz toll ist das Deutsche Spiele-Archiv in Marburg. Gezeigt werden Spiele ab 1945 bis heute.
Hier noch ein kleiner Auszug über weitere Museen: Mineralogisches Museum der Philipps-Universität, Völkerkundliche Sammlung, Religionskundige Sammlung, Marburger Kulturgeschichte; es gibt sogar ein Artistenmuseum.
Öffentlicher Nahverkehr in Marburg
Ganz praktisch ist das Hessenticket für 5 Personen, damit lässt sich nicht nur Marburg, sondern auch die Umgebung preisgünstig erkunden.
Es gibt auch die klassischen Tages- und Gruppenkarten sowie das Shopping-Ticket am Samstag, wenn man die P&R Plätze “Messeplatz” und “Stadtwerke” nutzt.
Gastronomie in Marburg
Mit über 300 Bewirtungsbetrieben hat die Universitätsstadt Marburg wahrscheinlich die höchste Kneipendichte Deutschlands, aber natürlich gibt es auch unzählige Restaurants.
Seit 1835 gibt es schon den Alten Ritter. Das Alte Brauhaus serviert nicht nur gute Speisen, sondern eben auch gutes Bier.
Im Bio Restaurant Blauer Elefant kommen nicht nur die Bioesser auf ihre Kosten. Ein Kulturprogramm rundet den Abend ab.
Sogar australisch speisen kann man in der Stadt, nämlich bei Springtown.
Zoo, Therme & Co in Marburg
Neu ist das AquaMar mit über 1700 qm Grundfläche. Es ist eine Kombination aus Hallen- und Freibad. Auch Strömungskanäle gibt es, Schwallduschen und Whirlpool. Und natürlich nicht zu vergessen, die 63 Meter lange Rutsche. Solarium und Sauna werden auch angeboten.
Ausflüge in die Umgebung
365 m hoch ist das Bergmassiv auf dem sich Amöbeburg befindet. Ein toller Blick in die Landschaft, ein Museum sowie Mauerrundwegspaziergänge sind weitere Highlight dort.
Die Burgruine Frauenberg am Lahn Ufer ist auch einen Besuch wert. Frei und imposant thront die Burg über der Gemeinde Ebsdorf. Weitsicht bei klarem Wetter lässt einem sogar den Feldberg im Taunus erkennen oder den Hohen Meißner.












