Sehenswürdigkeiten von Erfurt
Auffallend sind natürlich die vielen Türme der Stadt. Über 20 Pfarrkirchen, mehr als 10 Klöster und Stifte sowie viele Kapellen prägen den Himmelblick. 18 Kirchen stammen sogar noch aus dem Mittelalter. Überhaupt ist der mittelalterliche Stadtkern gut erhalten.
Das Augustinerkloster, entstanden von 1290 bis 1350, in dem Martin Luther lebte, ist heute eine Predigerkirche und nach dem Dom die zweitgrößte der Stadt.
Der Dom wurde 725 als Marienkirche auf einem Hügel errichtet und erst um 1154 zu einer Basilika gebaut. Mehrere Bauabschnitte ließen den Dom auf seine heutige Größe wachsen. Fast zeitgleich wurde ein Kloster nahe dem Dom gebaut, aus dem die heutige Severikirche hervorging.
Beeindruckend ist die freiführende Treppe und die 12 Meter hohen Kavaten, die das Kirchenschiff abstützen. Auch eine der größten Glocken Europas findet man im Erfurter Dom. Die Gloriosa wurde 1497 vom niederländischen Glockengießer gefertigt. Der Dom und die Severikirche können besichtigt werden, auch ist der Aufstieg zur Gloriosa möglich.
Beeindruckend ist auch die Festungsanlage auf der Zitadelle Petersberg mitten in Erfurt. Heute Parkanlage, damals von den Bürgern nicht gewollt, aber vom Mainzer Erzbistum 1665-1726 erbaut. Auch als Artillerieziel missbraucht während des Befreiungkrieges gegen Napoleon. Nach der Rückeroberung durch die Preußen wurden leider die Türme abgerissen. Trotz allem ist es die größte barocke Festung Mitteldeutschlands und kann umrundet werden. Seit der Wiedervereinigung wird die Zitadelle restauriert. Auch die unterirdischen Horchgänge sind wieder freigelegt worden. Führungen werden angeboten.
Der Fluss Gera mit zahlreichen kleinen Nebenströmen fließt durch Erfurt; dementsprechend gibt es auch viel Brücken. Nämlich sage und schreibe 216, davon 142 Brücken innerhalb der Stadt.
Die Krämerbrücke aus 1172 war erst ein Holzkonstrukt, 1325 wurde sie dann aus Stein errichtet. Einst Teil des Handelsweges “Via Regia” , heute noch die einzige durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen. Sechs Gewölbe auf fast 80 Metern überqueren so die Gera. Aus den 62 Häusern mit knapp 2,5 Metern Breite wurden 32.
Es ist ein außergewöhnliches Baudenkmal und ein Wahrzeichen Erfurts. Umgeben von uralten Gebäuden, Kirchen und Renaissancebauwerken ist es eine ideale Ausgangsposition, um Erfurt zu Fuß zu erkunden. Auch die vielen Café und Biergärten sind einladend zu verweilen.
Beachtung sollten das Haus Zum Breiten Herd, der Erfurter Anger, das Haus zum Roten Ochsen, die Thüringer Staatskanzlei und die ehemaliger Barfüßkirche finden.
Erfurts Geschichte
Erfurt ist eine alte germanische Siedlung, deren erste Besiedlung schon um 100.000 v. Chr. erste Spuren hinterließ.
Erfurt wurde 742 erstmals in einem Brief an Papst Zacharias erwähnt. In diesem wurde “Erphesfurt” als fruchtbare Gera-Aue genannt und vom Misssionsbischof Bonifatius als Sitz eines Bistums der römischen Kirche empfohlen. Somit wurde Erfurt das geistliche Zentrum von Thüringen.
805 ernannte Karl der Große Erfurt an der Grenze des damaligen Frankenreichs als Grenzhandelsplatz.
Im 16. Jahrhundert erwähnte der große Reformator Martin Luther Erfurt. Er studierte von 1501 bis 1505 an der Universität Erfurt und erhielt seinen Magister der philosophischen Fakultät. Nach einem schweren Unfall 1505 legte er einer Legende nach sein “Stotternheimer Gelübde” ab. Ab diesem Zeitpunkt widmete er sich nur noch der Kirche und trat dem Augustinerorden als Mönch bei.
Das 17. Jahrhundert war geprägt von der kurmainzischen Dominanz. Es folgten auch die schlimmsten Pestjahre 1682 und 1683, an der die Hälfte der Erfurter Bevölkerung starb.
1736 zerstörte eine immense Feuersbrunst fast 200 Häuser zwischen Dom, Rathaus und Predigerkirche.
1802 endete die kurmainzische Epoche unter dem Stadthalter Karl Theodor von Dalberg.
Im 19. Jahrhundert eroberten napoleonische Truppen Erfurt. Kurz darauf empfing Napoleon Zar Alexander I. Dabei wurde ein Bündnisvertrag zwischen Frankreich und Russland geschlossen. In dieser Zeit lernte Napoleon auch Goethe kennen. Die Audienz der beiden beeindruckte die Bevölkerung Deutschlands. Dort bekam Johann Wolfgang Goethe von Napoleon das Kreuz der Ehrenlegion verliehen.
Der Erste Weltkrieg ging recht glimpflich an Erfurt vorbei. Von 100.000 Einwohnern verloren knapp 4000 ihr Leben. Die Wirtschaftskrise nach den Goldenen Zwanzigern traf Erfurt aber heftig.
Und 1932 errang die NSDAP ein Rekordergebnis bei den Reichstagswahlen von 42,2 Prozent.
Nach Machtübernahme wurde bereits 1933 das erste Konzentrationslager errichtet. Es folgte viel Entwicklung in der Rüstungsproduktion. Telefunken und EWE-Reparaturwerke Erfurt gründeten dort ihre Werke. Sechs Kasernenlager und der Fliegerhorst Erfurt-Bindersleben wurden gebaut und der Flughafen am Roten Berg wurde erweitert. 1938 zählte Erfurt zu den größten Garnisonen des Deutschen Reiches.
Die Reichsprogromnacht war ein Tiefpunkt in der Geschichte Erfurts. Die Große Synagoge wurde niedergebrannt und fast 800 jüdische Bewohner wurden verschleppt. Zehn- bis fünfzehntausend Kriegsgefangene mussten in den Rüstungsbetrieben Zwangsarbeit leisten.
27 Luftangriffe zerstörten viel in Erfurt, ca. 1600 Menschen verloren ihr Leben als die alliierten Truppen eingriffen.
12.04.1944 ist der Tag an dem die 3. US Armee die Stadt unter General Patton besetzte. Am 3. Juli übernahm die Rote Armee aufgrund des Londoner Zonenprotokolls die Stadt als Teil der sowjetischen Besatzungszone.
Ab 1945 erwachte Erfurt wieder und begann mit dem Schuttabtransport und Wiederaufbau.
1970 besuchte Bundeskanzler Willy Brandt zum deutsch-deutschen Gipfeltreffen Erfurt.
1989 fanden auch in Erfurt große Demonstrationen statt, die den politischen Umbruch der DDR einläuteten.
2002 wurde wieder in der Weltpresse über Erfurt berichtet, wenngleich auch aus traurigem Anlass. Der Amoklauf vom 26.04. am Gutenberg-Gymnasium forderte viele Todesopfer.
Museen in Erfurt
Das Angermuseum bietet eine breite Palette von Stadtgeschichte, Naturkunde, Volkskunde und mittelalterlicher Kunst aus der Region. Auch internationale Werke wie die Hirschmadonna oder “Erschaffung der Menschen und Tiere” von 1532/33 sind zu sehen. Werke von Nely, Feuerbach und Casper David Friedrich runden die Sammlung ab.
Das Born-Senf-Museum ist nicht nur für Senfliebhaber zu empfehlen. Schließlich hat die Bratwurst Thüringen eine große Bedeutung und natürlich auch der Senf dazu.
Das Barfüßermuseum ist zwar eine Ruine von 1944. Es ist das Überbleibsel einer zerstörten Kirche des Franziskanerkosters und war ein Meisterwerk der Bettelordensarchitektur. Heute beherbert es die Erfurter Glasmalereien, Steinbildwerke und den um 1420 entstandenen Färberaltar und den Marienkrönungsaltar.
Der Bernary Speicher beherbergt das Druckereimuseum. Noch viele Originalteile wie die Sackaufzüge und andere Transportwege innerhalb des Gebäudes zeigen die ursprüngliche Nutzung eines der bedeutendsten Gartenanbaubetriebe Erfurts.
500 Jahre Drucktradition Erfurts verlangten geradezu nach einem Museum. In “Zum güldenen Stern” an der Michaelisstraße 11 wurde 1473 der erste Druck Thüringes gemacht.
In der Erfurter Altstadt unweit des Rathauses ist das Museum Neue Mühle gelegen. Die funktionstüchtige Wassermühle ist einzigartig, denn seit 1996 wird aus ihr alternative Energie gewonnen und an das Erfurter Stromnetz abgegeben. Sonderausstellungen und alte Müller Gerätschaften zeigen eindrucksvoll das Handwerk des Müllers.
Zoo in Erfurt
Zoo in Erfurt bedeutet hautnah an Löwen, Bennett-Kängurus und Berberaffen zu sein. Ab 2010 gibt es auch eine begehbare Damwild Anlage. Auch die neue Afrikasavanne ist ab 2010 geöffnet.
Vom Plateau im Zoo hat man auch einen herrlichen Blick auf die Stadt.
Auch das Aquarium am Nettelbeck Ufer ist einen Besuch wert. Süßwasserfische aus aller Welt tummeln sich da in einem 54000 Liter fassenden Riffaquarium. Es ist direkt an der Gera gelegen.
Gastronomie in Erfurt
Überall in der Altstadt lassen sich urige Lokale, Kneipen, mittelalterliche Keller und Biergärten finden. Dort sollte man auf jeden Fall die berühmte Thüringer Rostbratwurst, die Thüringer Klöße und heimisches Bier genießen.
Auch internationale Küche wird man finden wie z.B. im Louisiana, Dublin Irish Pubs und dem Russischen Hof.
Messe und Veranstaltungen in Erfurt
- April: Kinder Kult
- Mai: Faszination Haar+Kosmetik sowie Rapid.tech
- Juni: Internationale und nationale Rassehunde-Ausstellung und der JOBfinder
- September: naro.tech, Grüne Tage Thüringen, Haus.Bau.Energie
- Oktober: Thüringer Voglebörse, die ingoga, Reisen & Caravan
- November: 59. Deutsche Rassetaubenschau
- Mehrfach im Jahr finden Nachtflohmärkte statt!
Informationen zu Messe und Veranstaltungen in Erfurt finden Sie hier.
Abstecher in die Umgebung von Erfurt
Ausflüge zur Wartburg, dem Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden unweit des Stausees und zur Burg Gleichen bieten sich an.
Burg Gleichen wurde erstmals 1089 erwähnt. Seit 1991 wird fleißig restauriert, sodass man schon viel von der mittelalterlichen Höhenburg sehen kann. Der Aussichtsturm bietet einen hervorragenden Blick ins Land.
Auch Schloss und Park Molsdorf sind sehenswert. Es gilt als das Versailles Thüringens.
Runneburg ist eine der bedeutensten Burgen Thüringens aus dem 12. Jahrhundert, zu finden in Weißensee. Die freigelegten romanischen Astsäulen aus Sandstein sind besonders schön.




