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Jena

Gelegen an der Saale zwischen den Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte ist Jena, Universitäts- und Großstadt in Thüringen.


Sehenswürdigkeiten in Jena

Jena war als Stadt der „Sieben Wunder“ schon im 17. Jahrhundert bekannt und jeder Student der Jenaer Universität musste den lateinischen Merkspruch „Ara, caput, draco, mons, pons, vulpecula turris, Weigeliana domus, septem miracula Jenae“ auswendig kennen. Heute gibt es immerhin noch fünf der Wunder.

St. Michael © Martin Hedegaard/flickr.com

Ara ist die alte Durchfahrt unter dem Altar der Stadtkirche St. Michael. Das etwa drei Meter breite und 3,5 Meter hohe Gewölbe war die einzige Zufahrt zu dem hinter der Kirche liegenden Zisterzienser-Nonnenkloster.

Caput ist die Schnapphans-Figur an der Rathausuhr aus dem 15. Jahrhundert. Jede volle Stunde versucht der Schnapphans die ihm vom Pilger entgegengehaltene goldene Kugel zu schnappen.

Draco ist der Siebenköpfige Drache, der um 1600 entstand und neben Sieben Köpfen vier Beine, zwei Arme und vier Schwänze hat.

Mons ist der Muschelkalkberg mit Namen Jenzig, im Norden de Stadt.

Pons war die alte Camsdorfer Brücke aus dem 15. Jahrhundert, die bis zum Jahre 1912 existierte und eine der schönsten alten Brücken Deutschlands gewesen sein soll. Sie wurde durch eine neue ersetzt, 1946 kam eine dritte, die nach diversen Umbauarbeiten 2005 wieder eingeweiht wurde.

Vulpecula Turris ist der Fuchsturm, der Bergfried der ehemaligen Burg Kirchberg, der heute von einer Ausflugsgaststätte und einem Rittersaal ergänzt wurde. Vom Turm hat man einen herrlichen Blick über die Stadt.

Weigeliana Domus ist das Weigelsche Haus in der Nähe der Stadtkirche, das schon 1898 abgerissen wurde. Seinen Namen verdankt es dem Mathematikprofessor Erhard Weigel (1625-1699), der einer der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit war.

Wer sich für Galaxien, Sterne und Planeten interessiert, sollte sich das Zeiss-Planetarium in Jena nicht entgehen lassen. Es wurde 1926 eröffnet und ist das dienstälteste Planetarium der Welt. Hier kann man dank einer neuartigen und einmaligen Laser-Ganzkuppelproduktion die unendlichen Weiten des Weltalls entdecken.

Im Optischen Museum von Jena kann man die Entwicklungsgeschichte optischer Instrumente über fünf Jahrhunderte lang verfolgen. In der historischen Zeiss-Werkstatt kann man sehen wie zurzeit von Carl Zeiss in der Mitte des 19. Jahrhunderts Mikroskope gefertigt wurden.

Und natürlich kann man auch in Jena auf den Spuren Friedrich Schillers wandeln, denn er hielt sich nirgendwo so lange auf wie in Jena. In Schillers Gartenhaus entstanden zahlreiche Balladen und große Teile des „Wallenstein“. Er verbrachte hier von 1797-1798 mit seiner Familie die Sommermonate. Insgesamt lebte und wirkte Schiller in Jena 10 Jahre lang.

Das Romantikerhaus war das Wohnhaus des Philosophen Johann Gottlieb Fichte. Heute ist hier das Literaturmuseum Jenas zu finden.

Ebenfalls einen Besuch wert ist der Botanische Garten von Jena, in dem auf einer Fläche von 4,5 Hektar rund 10.000 Pflanzen aus allen Klimazonen wachsen. Zu jeder Jahreszeit lohnt sich ein Besuch des Palmen- und Viktoriahauses. Letzteres wurde eigens für die berühmte Amazonas-Seerose erbaut.

 

Die Geschichte Jenas

  • 830/850 wurde Jena wahrscheinlich das erste Mal im Hersfelder Zehntregister erwähnt
  • 1523/24 Jena ist eines der Zentren der Reformation
  • Ende des 17. Jahrhunderts hat Jena die größte deutsche Universität.
  • Anfang des 18. Jahrhunderts ist Jena neben Leipzig das bekannteste Zentrum des Verlagswesens, der Buchdruckerei und des Buchhandels.
  • 1806 Napoleons Truppen besiegen in der Schlacht bei Jena und Auerstedt das preußische Heer
  • 1846 Carl Zeiß gründet seine feinmechanisch-optische Werkstatt
  • 1884 Entstehung des Glaswerkes Schott & Gen
  • 1926 Eröffnung des Zeiss-Planetariums
  • 1945 Zerstörung großer Teile der Stadt bei Bombenangriffen
  • 2008 Jena ist „Stadt der Wissenschaft 2008“

 

Museen in Jena

Das Optische Museum im Herzen Jenas ist die Wiege der optischen Industrie. Hier befindet sich unter anderem auch die größte Brillensammlung Europas.

Jena © ohaoha/flickr.com

Im Botanischen Garten Jenas befindet sich die Goethe-Gedenkstätte. Im Inspektorenhaus des Botanischen Gartens wohnte Goethe zwischen 1817 und 1822. Vor dem Haus steht ein Ginkobaum, der schon über 200 Jahre alt ist.

Im SCHOTT GlasMuseum in Jena ist die spannende Produkt- und Technologiegeschichte des SCHOTT Glases dokumentiert. In dem Gebäude hatte Otto Schott 1884 sein „Glastechnisches Laboratorium“ gegründet.

Das Gebäude des Stadtmuseums in Jena diente seit dem 13. Jahrhundert unter anderem als Wohnhaus, Mühle und Weinrestaurant. Heute beherbergt es die Jenaer Kunstsammlung und eine Galerie moderner Kunst.  Auf mehreren Etagen ist die Stadtgeschichte Jenas von der Entstehung bis zur Gegenwart dokumentiert.

Das Museum 1806 erzählt über die berühmte Schlacht bei Jena und Auerstedt und erzählt über deren Verlauf.

Die Imaginata bietet ihren Besuchern „Wissenschaft zum Anfassen“ mit einer interaktiven multimedialen naturwissenschaftlichen Ausstellung und einem Stationenpark zur Erkundung naturwissenschaftlicher Phänomene.

 

Bäder in Jena

Neben anderen Hallenbädern gibt es in Jena das GalaxSea Freizeitbad. Ein Erlebnisbad mit Wellenbecken, Sportbecken, der längsten Rutschenanlage Thüringens, Kinderbecken und Saunalandschaft. Auch Massage, Kosmetik, Maniküre und Pediküre stehen auf dem Programm.

 

Gastronomie in Jena

Natürlich gibt es in Jena nicht nur die landestypische Thüringer Bratwurst, sondern alles was das Herz begehrt.

 

Öffentliche Verkehrsmittel in Jena

Natürlich gibt es für Besucher Jenas, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Stadt erkunden möchten, auch Tageskarten und Gruppentageskarten.

 

Dornburg © Martin Hedegaard/lickr.com

Messetermine in Jena

  • 04.02.2011 – 05.02.2011 Reisebörse Jena, Endverbrauchermesse rund ums Reisen und Tourismus
  • 25.03.2011 – 27.03.2011 BAUEN-WOHNEN-ENERGIE Jena, Handwerks- und Gewerbeausstellung

 

Ausflugsziele in der Nähe von Jena

Die Stadt ist umgeben von einer bewaldeten Hügellandschaft, die mit Burgen und Schlössern aufwarten kann. So zum Beispiel die Dornburger Schlösser, Wasserburg Kapellendorf, die Leuchtenburg, Schloss Heidecksburg und Schloss Kochberg. Sehenswert sind auch die einzigartigen Kalkhänge.
Interessante Städte in der Nähe sind Bürgel, Thalbürgel, Weimar und Naumburg.

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Weimar

Die kreisfreie Stadt Weimar in Thüringen ist vor allem für ihr kulturelles Erbe bekannt.

Sehenswürdigkeiten in Weimar

Eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Weimars ist sicherlich das Wohnhaus Goethes, in dem er fast 50 Jahre lang gewohnt hat. Das im Stil des Barock erbaute Haus wurde nach Wünschen Johann Wolfgangs von Goethe umgebaut. Heute ist es zu besichtigen und weitgehend in dem Zustand belassen, in dem es sich in Goethes letzten Lebensjahren befand.

Goethe und Schiller © flickr/az1172

Und auch Schiller verbrachte seine letzten drei Lebensjahre in Weimar. Das Bürgerhaus in dem er lebte und in dem Dramen wie Messina oder Wilhelm Tell entstanden ist heute mit dem noch teilweise originalen Inventar zu sehen.

Nachdem das Rathaus Weimars im Laufe seiner Geschichte zweimal abgebrannt ist, ist heute der neugotische Bau aus dem Jahre 1841 zu sehen. Neben den Amtsräumen des Oberbürgermeisters befindet sich hier auch das Hochzeitszimmer des Standesamtes. Die Glocken des Glockenspiels im Turm sind aus Meißener Porzellan.

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar ist Nachfolger des Weimarer Hoftheaters, an dem auch Goethe Direktor war. Der 1908 fertig gestellte neoklassizistische Bau wurde mehrfach umgebaut und auch wichtige politische Veranstaltungen fanden hier statt. Hier wurde auch die Weimarer Republik gegründet. Heute befinden sich hier das bedeutendste Thüringer Theater und die Staatskapelle Weimar. Auf dem Theaterplatz befindet sich das Goethe-Schiller-Denkmal von Ernst Rietschel aus dem Jahre 1857. Kopien des Denkmals stehen in Cleveland, Milwaukee, San Francisco und Shanghai.

Das eindrucksvolle im Barockstil erbaute Fürstenhaus diente der Fürstenfamilie nach dem Brand des Schlosses zeitweise als Wohnung. In dem ursprünglich als Verwaltungsgebäude errichteten Bau befindet sich heute die Hochschule für Musik.  Vor dem Fürstenhaus ist das Reiterstandbild Carl Augusts zu sehen.

Im Cranachhaus hatte Lucas Cranach der Ältere seine Malerstube und arbeitete an dem dreiflügligen Altarbild für die Stadtkirche. Das Gebäude ist mit Säulen, Muschelnischen und Rundbögen verziert und beherbergt heute eine Kleinkunstbühne.

Das prächtige Stadthaus im Stil der Frührenaissance wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zerstört. Bei der Restaurierung zwischen 1968 und 1971 wurde die Fassade wieder hergestellt, der Rest des Gebäudes ist aber modern.

Auch Goethes Freundin und Vertraute, Charlotte von Stein lebte 50 Jahre bis zu ihrem Tod im Jahre 1827 in Weimar. In dem Haus in dem sich bis 1794 auch noch die Pferdeställe der herzoglichen Husaren befanden, befindet sich heute das Goethe-Institut Weimars.

Von Ferdinand von Streichhan im Stil der Neorenaissance erbaut, von den Nationalsozialisten als Gefängnis genutzt, beherbergt der Marstall heute das Thüringische Hauptstaatsarchiv.

Der Henry-van-de-Velde-Bau war 1919 Gründungsort des Bauhauses und ist einer Der bedeutendsten Kunstschulbauten der Jahrhundertwende.

Das erste Weimarer Dichterdenkmal war das Herder-Denkmal von Ludwig Schaller auf dem Herderplatz. Es wurde zum 106. Geburtstag des Philosophen und Theologen (1744-1803) aufgestellt.

Auch Wieland, Liszt und Shakespeare sind in Form von Denkmälern in Weimar zu sehen.

Die Buchenwald-Plastik von Fritz Cremer ist Teil der Mahnmalanlage Buchenwald und entstand zwischen 1954 und 1958. Das ehemalige Konzentrationslager sollte auf keiner Tour durch Weimar fehlen.  Zwischen 1937 und 1945 starben hier mehr als 50.000 Menschen.

Carl-August vor Fürstenhaus © flickr/froutes

In der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar ist der berühmte dreiflüglige Altar von Lucas Cranach dem Älteren zu sehen, an dem er in seinem letzten Lebensjahr 1552 gearbeitet hat. Das Werk wurde von seinem Sohn beendet. Die Kirche ist eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche und trägt den Beinamen Herderkirche.  Kirche und Herderhaus stehen auf der Welterbeliste der UNESCO.

Nach dem Vorbild des Domes in Florenz wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts die erste Katholische Kirche Weimars, die Herz-Jesu-Kirche erbaut.

Die Jakobskirche wurde 1713 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Ab 1728 war sie Garnisonskirche und nach dem Schlossbrand Hofkirche. Zur der Zeit als Napoleons Truppen in Weimar waren, war sie ein Lazarett.

In der Kirche von Denstedt befindet sich eine Orgel, auf der schon Liszt gespielt hat.

Und auch viele schöne Brunnen gibt es in Weimar. Der Gänsemännchenbrunnen wurde nach Vorbild des Nürnberger Gänsemännchenbrunnens erstellt.

Der Goethebrunnen war die erste gusseiserne Brunnenanlage der Stadt und auf dem Neptunbrunnen steht die dritte Nachbildung des original Neptuns. Ursprünglich stand dort allerdings das Wappentier Weimars, ein Löwe.

Weitere Brunnen sind der Donndorfbrunnen , der Löwenbrunnen, der Ildefonso-Brunnen, der  Herderbrunnen, der Geleitbrunnen, der Brunnen am Lesemuseum und der Bürgerschulbrunnen.

Geschichte Weimars

  • Im 5. Jahrhundert befand sich auf dem Gebiet Weimars eines der kulturellen Zentren  der Thüringer
  • 899 Weimar wird zum ersten Mal urkundlich als „Vvigmara“ erwähnt
  • 1002 Kaiser Otto III. war mit der Belagerung der Burg des Grafen von Weimar nicht erfolgreich
  • 1254 erstmals urkundlich als Stadt bezeichnet: „in civitate nostra Wimare“
  • 1424 durch ein Feuer wurden große Teile der Stadt und die Burg vernichtet
  • 1552 Lucas Cranach der Ältere kommt in die Stadt zusammen mit Johann Friedrich des Großmütigen der sie zu seiner Residenz wählt
  • 1708-1717 Johann Sebastian Bach ist in Weimar
  • 1775 Herzog Carl August übernimmt die Regentschaft von seiner Mutter Herzogin Anna Amalia und lädt Goethe nach Weimar ein
  • 1799 Friedrich Schiller kommt nach Weimar
  • 1848-1961 Franz Liszt wirkt in Weimar
  • 1846 Eisenbahnanschluss nach Halle und Erfurt
  • 1919 Gründung der Weimarer Republik und des Bauhauses
  • 1937 das Konzentrationslager Buchenwald wird errichtet
  • 2004 beim Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek werden etwa 50.000 alte Bücher vernichtet

Veranstaltungen und Kultur in Weimar

Veranstaltungen

  • 20. August-12. September 2010 – Kunstfest Weimar
  • 26.-29. August 2010 – Weinfest, es wird rund um den Geburtstag Goethes gefeiert
  • 4.-5. September – Töpfermarkt mit Töpfern aus ganz Thüringen
  • 24. September-10. Oktober 2010 – Güldener Herbst 2010 mit alter Musik auf originalgetreuen Instrumenten
  • 8.-10. Oktober 2010 – Zwiebelmarkt, das größte Volksfest Thüringens und ein Stück Stadtgeschichte
  • 4.-5. Dezember2010 – Adventsmarkt Bienenmuseum, ein Geheimtipp für Kenner
  • 25. Novenber-22. Dezember 2010 Weimarer Weihnachtsmarkt

Museen

Natürlich sind Goethes Wohnhaus, sein Gartenhaus und Schillers Wohnhaus heute Museen.

Im Bauhausmuseum kann man alles über die Entstehung des Bauhauses und die frühen Arbeiten erfahren.

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek dürfte besonders für Bücherfreunde interessant sein. Aber auch für andere ist besonders der weltberühmte Rokokosaal interessant. Da die tägliche Besucherzahl begrenzt ist, sind Reservierungen ratsam. Kartenbestellung unter: Tel: 03643-5454-01 oder -02 oder info@klassik-stiftung.de

Das Neue Museum Weimar beherbergt zeitgenössische Kunst in einem Neorenaissance-Bau.

Das Wittumspalais wurde nach dem Brand des Schlosses zum Witwensitz und zur Stadtwohnung Herzogin Anna Amalias. Heute ist es ein wichtiges Dokument adliger Wohnkultur.

Franz Liszt wohnte zwischen 1869 und 1886 in der ehemaligen Hofgärtnerei, heute befindet sich dort das Liszt-Museum.

Neben dem Lagergelände des Konzentrationslagers sind in der Gedenkstätte Buchenwald auch vier ständige Ausstellungen zu besichtigen.

Bäder und Thermen in Weimar

Neben der Schwanseebad Schwimmhalle und dem Freibad gibt es noch die Avenida-Therme in Hohenfelden www.avenidatherme.de und die Toskana-Therme in Bad Sulza www.toskanaworld.net.

Rathaus © flickr/froutes

Gastronomie in Weimar

Acht der vierzig besten Restaurants Thüringens befinden sich in Weimar. Zu empfehlen ist sicher das „Anna Amalia“. Aber auch die typischen Weimarer Spezialitäten wie Weimarer Zwiebel- und Speckkuchen, Zwiebelsuppe, Klöße und Bratwurst wollen probiert werden. Und wer hat nicht schon von der Thüringer Rostbratwurst gehört.

Öffentliche Verkehrsmittel in Weimar

Mit der weimarCard haben Sie nicht nur freie Fahrt in den Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs, sondern auch Ermäßigungen in Museen, Theater, bei Stadtführungen und Kirchenführungen. Die weimarCard gibt es an Verkaufsstellen der Verkehrsbetriebe, bei der Tourist-Information und in Hotels in Weimar. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Ausflugsziele in der Nähe von Weimar

Wer auf Goethes Spuren wandern möchte kann dies auf dem Goethewanderweg zwischen Weimar und Großkochberg. Goethe ging diese 28 Kilometer lange Strecke oft, wenn er Charlotte von Stein dort besuchen wollte.

Der Thüringer Drei-Türme-Weg ist 26 Kilometer lang und führt durch das Mittlere Ilmtal. An verschiedenen Stellen kann man auch die Ilmtalbahn nutzen. Der 125 Kilometer lange Ilmtal-Radweg ist der beliebteste Thüringens. Er führt vom Rennsteig im Thüringer Wald bis zur Mündung bei Großheringen.

Nur zwei Kilometer lang ist der Maria-Pawlowna-Promenaden-Weg, auf dem sie trockenen Fußes von Schloss Tiefurt nach Schloss Kromsdorf gelangen konnte.

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Erfurt

Sehenswürdigkeiten von Erfurt

Auffallend sind natürlich die vielen Türme der Stadt. Über 20 Pfarrkirchen, mehr als 10 Klöster und Stifte sowie viele Kapellen prägen den Himmelblick. 18 Kirchen stammen sogar noch aus dem Mittelalter. Überhaupt ist der mittelalterliche Stadtkern gut erhalten.

Das Augustinerkloster, entstanden von 1290 bis 1350, in dem Martin Luther lebte, ist heute eine Predigerkirche und nach dem Dom die zweitgrößte der Stadt.
Der Dom wurde 725 als Marienkirche auf einem Hügel errichtet und erst um 1154 zu einer Basilika gebaut. Mehrere Bauabschnitte ließen den Dom auf seine heutige Größe wachsen. Fast zeitgleich wurde ein Kloster nahe dem Dom gebaut, aus dem die heutige Severikirche hervorging.
Beeindruckend ist die freiführende Treppe und die 12 Meter hohen Kavaten, die das Kirchenschiff abstützen. Auch eine der größten Glocken Europas findet man im Erfurter Dom. Die Gloriosa wurde 1497 vom niederländischen Glockengießer gefertigt. Der Dom und die Severikirche können besichtigt werden, auch ist der Aufstieg zur Gloriosa möglich.

Beeindruckend ist auch die Festungsanlage auf der Zitadelle Petersberg mitten in Erfurt. Heute Parkanlage, damals von den Bürgern nicht gewollt, aber vom Mainzer Erzbistum 1665-1726 erbaut. Auch als Artillerieziel missbraucht während des Befreiungkrieges gegen Napoleon. Nach der Rückeroberung durch die Preußen wurden leider die Türme abgerissen. Trotz allem ist es die größte barocke Festung Mitteldeutschlands und kann umrundet werden. Seit der Wiedervereinigung wird die Zitadelle restauriert. Auch die unterirdischen Horchgänge sind wieder freigelegt worden. Führungen werden angeboten.

Krämerbrücke©flickr/dorena-wm

Der Fluss Gera mit zahlreichen kleinen Nebenströmen fließt durch Erfurt; dementsprechend gibt es auch viel Brücken. Nämlich sage und schreibe 216, davon 142 Brücken innerhalb der Stadt.
Die Krämerbrücke aus 1172 war erst ein Holzkonstrukt, 1325 wurde sie dann aus Stein errichtet. Einst Teil des Handelsweges “Via Regia” , heute noch die einzige durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen. Sechs Gewölbe auf fast 80 Metern überqueren so die Gera. Aus den 62 Häusern mit knapp 2,5 Metern Breite wurden 32.
Es ist ein außergewöhnliches Baudenkmal und ein Wahrzeichen Erfurts. Umgeben von uralten Gebäuden, Kirchen und Renaissancebauwerken ist es eine ideale Ausgangsposition, um Erfurt zu Fuß zu erkunden. Auch die vielen Café und Biergärten sind einladend zu verweilen.

Beachtung sollten das Haus Zum Breiten Herd, der Erfurter Anger, das Haus zum Roten Ochsen, die Thüringer Staatskanzlei und die ehemaliger Barfüßkirche finden.

Erfurts Geschichte

Erfurt ist eine alte germanische Siedlung, deren erste Besiedlung schon um 100.000 v. Chr. erste Spuren hinterließ.

Erfurt wurde 742 erstmals in einem Brief an Papst Zacharias erwähnt. In diesem wurde “Erphesfurt” als fruchtbare Gera-Aue genannt und vom Misssionsbischof Bonifatius als Sitz eines Bistums der römischen Kirche empfohlen. Somit wurde Erfurt das geistliche Zentrum von Thüringen.

805 ernannte Karl der Große Erfurt an der Grenze des damaligen Frankenreichs als Grenzhandelsplatz.

Dom©flickr/lilli2de

Im 16. Jahrhundert erwähnte der große Reformator Martin Luther Erfurt. Er studierte von 1501 bis 1505 an der Universität Erfurt und erhielt seinen Magister der philosophischen Fakultät. Nach einem schweren Unfall 1505 legte er einer Legende nach sein “Stotternheimer Gelübde” ab. Ab diesem Zeitpunkt widmete er sich nur noch der Kirche und trat dem Augustinerorden als Mönch bei.

Das 17. Jahrhundert war geprägt von der kurmainzischen Dominanz. Es folgten auch die schlimmsten Pestjahre 1682 und 1683, an der die Hälfte der Erfurter Bevölkerung starb.
1736 zerstörte eine immense Feuersbrunst fast 200 Häuser zwischen Dom, Rathaus und Predigerkirche.

1802 endete die kurmainzische Epoche unter dem Stadthalter Karl Theodor von Dalberg.

Im 19. Jahrhundert eroberten napoleonische Truppen Erfurt. Kurz darauf empfing Napoleon Zar Alexander I. Dabei wurde ein Bündnisvertrag zwischen Frankreich und Russland geschlossen. In dieser Zeit lernte Napoleon auch Goethe kennen. Die Audienz der beiden beeindruckte die Bevölkerung Deutschlands. Dort bekam Johann Wolfgang Goethe von Napoleon das Kreuz der Ehrenlegion verliehen.

Der Erste Weltkrieg ging recht glimpflich an Erfurt vorbei. Von 100.000 Einwohnern verloren knapp 4000 ihr Leben. Die Wirtschaftskrise nach den Goldenen Zwanzigern traf Erfurt aber heftig.
Und 1932 errang die NSDAP ein Rekordergebnis bei den Reichstagswahlen von 42,2 Prozent.
Nach Machtübernahme wurde bereits 1933 das erste Konzentrationslager errichtet. Es folgte viel Entwicklung in der Rüstungsproduktion. Telefunken und EWE-Reparaturwerke Erfurt gründeten dort ihre Werke. Sechs Kasernenlager und der Fliegerhorst Erfurt-Bindersleben wurden gebaut und der Flughafen am Roten Berg wurde erweitert. 1938 zählte Erfurt zu den größten Garnisonen des Deutschen Reiches.

Die Reichsprogromnacht war ein Tiefpunkt in der Geschichte Erfurts. Die Große Synagoge wurde niedergebrannt und fast 800 jüdische Bewohner wurden verschleppt. Zehn- bis fünfzehntausend Kriegsgefangene mussten in den Rüstungsbetrieben Zwangsarbeit leisten.

27 Luftangriffe zerstörten viel in Erfurt, ca. 1600 Menschen verloren ihr Leben als die alliierten Truppen eingriffen.
12.04.1944 ist der Tag an dem die 3. US Armee die Stadt unter General Patton besetzte. Am 3. Juli übernahm die Rote Armee aufgrund des Londoner Zonenprotokolls die Stadt als Teil der sowjetischen Besatzungszone.

Ab 1945 erwachte Erfurt wieder und begann mit dem Schuttabtransport und Wiederaufbau.

1970 besuchte Bundeskanzler Willy Brandt zum deutsch-deutschen Gipfeltreffen Erfurt.

1989 fanden auch in Erfurt große Demonstrationen statt, die den politischen Umbruch der DDR einläuteten.

2002 wurde wieder in der Weltpresse über Erfurt berichtet, wenngleich auch aus traurigem Anlass. Der Amoklauf vom 26.04. am Gutenberg-Gymnasium forderte viele Todesopfer.

Museen in Erfurt

Das Angermuseum bietet eine breite Palette von Stadtgeschichte, Naturkunde, Volkskunde und mittelalterlicher Kunst aus der Region. Auch internationale Werke wie die Hirschmadonna oder “Erschaffung der Menschen und Tiere” von 1532/33 sind zu sehen. Werke von Nely, Feuerbach und Casper David Friedrich runden die Sammlung ab.

Das Born-Senf-Museum ist nicht nur für Senfliebhaber zu empfehlen. Schließlich hat die Bratwurst Thüringen eine große Bedeutung und natürlich auch der Senf dazu.

Das Barfüßermuseum ist zwar eine Ruine von 1944. Es ist das Überbleibsel einer zerstörten Kirche des Franziskanerkosters und war ein Meisterwerk der Bettelordensarchitektur. Heute beherbert es die Erfurter Glasmalereien, Steinbildwerke und den um 1420 entstandenen Färberaltar und den Marienkrönungsaltar.

Der Bernary Speicher beherbergt das Druckereimuseum. Noch viele Originalteile wie die Sackaufzüge und andere Transportwege innerhalb des Gebäudes zeigen die ursprüngliche Nutzung eines der bedeutendsten Gartenanbaubetriebe Erfurts.
500 Jahre Drucktradition Erfurts verlangten geradezu nach einem Museum. In “Zum güldenen Stern” an der Michaelisstraße 11 wurde 1473 der erste Druck Thüringes gemacht.

In der Erfurter Altstadt unweit des Rathauses ist das Museum Neue Mühle gelegen. Die funktionstüchtige Wassermühle ist einzigartig, denn seit 1996 wird aus ihr alternative Energie gewonnen und an das Erfurter Stromnetz abgegeben. Sonderausstellungen und alte Müller Gerätschaften zeigen eindrucksvoll das Handwerk des Müllers.

Zoo in Erfurt

Zoo in Erfurt bedeutet hautnah an Löwen, Bennett-Kängurus und Berberaffen zu sein. Ab 2010 gibt es auch eine begehbare Damwild Anlage. Auch die neue Afrikasavanne ist ab 2010 geöffnet.
Vom Plateau im Zoo hat man auch einen herrlichen Blick auf die Stadt.

Auch das Aquarium am Nettelbeck Ufer ist einen Besuch wert. Süßwasserfische aus aller Welt tummeln sich da in einem 54000 Liter fassenden Riffaquarium. Es ist direkt an der Gera gelegen.

Erfurt©flickr/dorena-wm

Gastronomie in Erfurt

Überall in der Altstadt lassen sich urige Lokale, Kneipen, mittelalterliche Keller und Biergärten finden. Dort sollte man auf jeden Fall die berühmte Thüringer Rostbratwurst, die Thüringer Klöße und heimisches Bier genießen.
Auch internationale Küche wird man finden wie z.B. im Louisiana, Dublin Irish Pubs und dem Russischen Hof.

Messe und Veranstaltungen in Erfurt

  • April: Kinder Kult
  • Mai: Faszination Haar+Kosmetik sowie Rapid.tech
  • Juni: Internationale und nationale Rassehunde-Ausstellung und der JOBfinder
  • September: naro.tech, Grüne Tage Thüringen, Haus.Bau.Energie
  • Oktober: Thüringer Voglebörse, die ingoga, Reisen & Caravan
  • November: 59. Deutsche Rassetaubenschau
  • Mehrfach im Jahr finden Nachtflohmärkte statt!

Informationen zu Messe und Veranstaltungen in Erfurt finden Sie hier.

Abstecher in die Umgebung von Erfurt

Ausflüge zur Wartburg, dem Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden unweit des Stausees und zur Burg Gleichen bieten sich an.

Burg Gleichen wurde erstmals 1089 erwähnt. Seit 1991 wird fleißig restauriert, sodass man schon viel von der mittelalterlichen Höhenburg sehen kann. Der Aussichtsturm bietet einen hervorragenden Blick ins Land.

Auch Schloss und Park Molsdorf sind sehenswert. Es gilt als das Versailles Thüringens.

Runneburg ist eine der bedeutensten Burgen Thüringens aus dem 12. Jahrhundert, zu finden in Weißensee. Die freigelegten romanischen Astsäulen aus Sandstein sind besonders schön.

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