Die Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt ist bekannt als Geburts- und Sterbeort von Martin Luther und zu seinen Ehren, führt die Stadt seit 1946 auch den Beinamen „Lutherstadt“.
Sehenswürdigkeiten in der Lutherstadt Eisleben
Auf dem Marktplatz von Eisleben steht das 1883 von Rudolf Siemering geschaffene Lutherdenkmal.
Das 1926 durch den russischen Bildhauer Matwei Maniser erschaffene Lenindenkmal stand bis 1042 in Puschkin und wurde von der Wehrmacht zur Metallgewinnung nach Eisleben gebracht. Da es jedoch nie eingeschmolzen wurde, stand es nach dem Krieg in Eisleben. Nach der Friedlichen Revolution kam es 1991 nach einer Restauration ins Deutsche Historische Museum in Berlin.
Das Gebäude am Andreaskirchplatz 10 beherbergte das alte Luther Gymnasium, das Martin Luther 1546 kurz vor seinem Tod gegründet hat. Heute beherbergt es das historische Archiv.
In der Münzstraße von Eisleben befindet sich das Gebäude der Gräflichen Münze. Sehenswert sind das im 16. Jahrhundert entstandene Portal und der achteckige Treppenturm mit seiner Renaissancehaube. Nachgewiesen sind die ersten Münzprägungen durch die Grafen von Mansfeld bereits für die Zeit um 1200. Seit 1540 ging die halbe Silberproduktion der Thüringer Seigerhütten in die Münze zu Eisleben. Heute befinden sich in dem Gebäude Teile der Stadtverwaltung.
Das Rathaus der Lutherstadt Eisleben wurde zwischen 1519 und 1531 gebaut und steht an der westlichen Schmalseite des Marktes. Die doppelläufige Freitreppe an der Nordseite des Rathauses stammt aus dem Jahr 1536. Sie war damals der einzige Eingang zum Obergeschoss. Sowohl die Freitreppe als auch die Fenster des Gebäudes sind im Stil der Spätgotik gebaut. Unter der Treppe befinden sich drei spätgotische Sandsteinportale von denen das mittlere ins Erdgeschoss führt.
Sehenswert im Rathaus sind das Kreuzgratgewölbe im Erdgeschoss und das Tonnengewölbe im Rathauskeller. Auch die Halle im Obergeschoss hat ein Kreuzgewölbe. Das Rathaus erhielt sein heutiges Aussehen vorwiegend im Jahr 1874, als der zuvor abgerissene Vorbau in veränderter Form wieder aufgebaut wurde. Wochentags kann das Rathaus besichtigt werden.
In der Lutherstadt Eisleben gab es drei Stadtschlösser. Das Schloss Hinterort am Markt 58 war einst das der Stadtsitz der Grafen von Mansfeld-Hinterort und wurde von diesen im Jahr 1501 erworben. Im Erdgeschoss erinnern noch mehrere Gewölberäume an die damalige Zeit. Im Rittersaal befinden sich Wappen und ein epitaphartiger Aufbau der ebenfalls mit Wappen geschmückt ist.
Das Schloss Mittleort am Markt 34 war das Stadthaus der Grafen Mansfeld-Mittelort und wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut. Nachdem es 1601 dem Stadtbrand zum Opfer fiel und erst im folgenden Jahrzehnt wieder aufgebaut werden konnte, diente es bis 1788 den kurfürstlich-sächsischen Oberaufsehern der Grafschaft Mansfeld als Amtssitz. Das Gebäude ist mit Stuck verziert und hat teilweise Rechteckfenster. Der Fürstensaal aus dem frühen 18. Jahrhundert ist ebenfalls bemerkenswert.
Das Schloss Vorderort entstand aus dem im Jahre 1065 erwähnten Tafelgut, das im 12. Jahrhundert zur Burg und dann zum Schloss umgebaut wurde. Bis zum Feuer 1601 diente es den Grafen von Mansfeld-Vorderort als Residenz. Heute ist von dem Schloss nichts mehr zu sehen.
Das Haus an der östlichen Schmalseite des Marktes vereint eigentlich zwei Gebäude, das mittelalterliche Kaufhaus und die Waage in der Rohkupfer gewogen wurde und auch der Zehnt an die Mansfelder Grafen und das von den Handelshäusern für die Verhüttung vorgeschossene Geld verrechnet wurden.
Die St.-Petri-Pauli-Kirche von Eisleben ist eine spätgotische Hallenkirche und die Taufkirche Martin Luthers. Im Altarraum befindet sich noch der „Luthertaufstein“.
Die St.-Andreas-Kirche in der Altstadt von Eisleben ist seit dem 13. Jahrhundert der Sitz des Halberstädter Archidiakons. Der vierflüglige Altar ist ein bedeutendes Beispiel mitteldeutscher Spätgotik. Von Bedeutung ist die Andreaskirche für evangelische Christen aus aller Welt, denn hier hielt er zwischen 31. Januar und 15. Februar 1546 seine vier letzten Predigten und führte außerdem zwei Pfarrer in ihr Amt ein. Am 19. Februar 1546 wurde Luther vor der Überführung in die Schlosskirche von Wittenberg hier aufgebahrt.
Die St.-Annen-Kirche ist die Bergmannskirche der Eisleber Neustadt an die sich auch das 1515 gegründete Augustiner-Eremiten-Kloster anschloss. Dort hielt sich auch Luther mehrmals in seiner Funktion als Distriktsvikar des Augustinerordens auf. Eine Besonderheit in Der St.-Annen-Kirche ist die von Hans Thon Uttendrup 1585 geschaffene Eisleber Steinbilderbibel bestehend aus 29 Sandsteintafeln. Sehenswert sind auch die Kanzel aus dem Jahre 1608 und die Glasmalereien der kostbaren Fenster.
Geschichte der Lutherstadt Eisleben
- 994 Eisleben wird erstmals urkundlich erwähnt
- 1065 wurde die Wasserburg am Faulen See erwähnt
- Im 12. Jahrhundert wurde mit dem Bau der ersten Stadtmauer begonnen
- 1180 Erwähnung Eislebens als Stadt
- Ende des 12. Jahrhunderts wurde der Faule See trockengelegt
- 10.11. 1483 Geburt Marin Luthers
- 11.11.1483 Taufe Martin Luthers
- 1511 Gründung der Neustadt
- 1520-1630 Bau einer hölzernen Wasserleitung in der Stadt
- 18.02.1546 Tod Martin Luthers
- 1601 größter Stadtbrand
- 1825 das erste Postamt in Eisleben
- 1866 Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Halle-Nordhausen
- 1871 erste Drahtseilbahn Europas
- 1946 Verleihung des Namens „Lutherstadt”
- 1994 Tausendjahrfeier der Lutherstadt Eisleben
- 2007 Wiedereröffnung von Luthers Geburtshaus
Veranstaltungen und Kultur in Eisleben
Museen
Sowohl das Geburtshaus Martin Luthers als auch sein Sterbehaus kann man besichtigen.
Veranstaltungen
Jedes Jahr findet am 3. Wochenende im September der Eisleber Wiesenmarkt statt. Es ist das größte Volksfest Mitteldeutschlands und geht auf die Genehmigung Kaiser Karls V. aus dem Jahr 1521 zurück, einen Vieh- und Ochsenmarkt abzuhalten.
Jedes Jahr im Frühjahr findet außerdem die Frühlingswiese statt.
Bäder in Eisleben
In Eisleben gibt es neben einem Hallenbad noch ein Freibad und einen Badesee.
Gastronomie in der Lutherstadt Eisleben
Hier finden Sie mehr zur Gastronomie in Eisleben. Neben regionaler Küche gibt es natürlich auch internationales Essen.
Öffentliche Verkehrsmittel in der Lutherstadt Eisleben
Natürlich gibt es auch in Eisleben Tageskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel.
Ausflugsziele in der Nähe von Eisleben
Natürlich ist der Harz nicht weit und immer ein schönes Ausflugsziel. Einen Besuch wert ist auch die Burg Querfurt, die größte Burg Mitteldeutschlands, die vor mehr als 1110 Jahren errichtet wurde. Auch die Stadt Mansfeld trägt den Beinamen Lutherstadt, da Martin Luther hier seine Kindheit verbrachte. Das Haus, das seine Eltern damals kauften ist zu besichtigen. Außerdem gibt es auf dem Lutherplatz einen Lutherbrunnen.










