Archiv der Kategorie Sachsen-Anhalt

Lutherstadt Eisleben

Die Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt ist bekannt als Geburts- und Sterbeort von Martin Luther und zu seinen Ehren, führt die Stadt seit 1946 auch den Beinamen „Lutherstadt“.


Sehenswürdigkeiten in der Lutherstadt Eisleben

Auf dem Marktplatz von Eisleben steht das 1883 von Rudolf Siemering geschaffene Lutherdenkmal.

Luther Eisleben © wikipedia.org/Markus Schweiss

Das 1926 durch den russischen Bildhauer Matwei Maniser erschaffene Lenindenkmal stand bis 1042 in Puschkin und wurde von der Wehrmacht zur Metallgewinnung nach Eisleben gebracht. Da es jedoch nie eingeschmolzen wurde, stand es nach dem Krieg in Eisleben. Nach der Friedlichen Revolution kam es 1991 nach einer Restauration ins Deutsche Historische Museum in Berlin.

Das Gebäude am Andreaskirchplatz 10 beherbergte das alte Luther Gymnasium, das Martin Luther 1546 kurz vor seinem Tod gegründet hat. Heute beherbergt es das historische Archiv.

In der Münzstraße von Eisleben befindet sich das Gebäude der Gräflichen Münze. Sehenswert sind das im 16. Jahrhundert entstandene Portal und der achteckige Treppenturm mit seiner Renaissancehaube. Nachgewiesen sind die ersten Münzprägungen durch die Grafen von Mansfeld bereits für die Zeit um 1200. Seit 1540 ging die halbe Silberproduktion der Thüringer Seigerhütten in die Münze zu Eisleben. Heute befinden sich in dem Gebäude Teile der Stadtverwaltung.

Das Rathaus der Lutherstadt Eisleben wurde zwischen 1519 und 1531 gebaut und steht an der westlichen Schmalseite des Marktes. Die doppelläufige Freitreppe an der Nordseite des Rathauses stammt aus dem Jahr 1536. Sie war damals der einzige Eingang zum Obergeschoss. Sowohl die Freitreppe als auch die Fenster des Gebäudes sind im Stil der Spätgotik gebaut. Unter der Treppe befinden sich drei spätgotische Sandsteinportale von denen das mittlere ins Erdgeschoss führt.
Sehenswert im Rathaus sind das Kreuzgratgewölbe im Erdgeschoss und das Tonnengewölbe im Rathauskeller. Auch die Halle im Obergeschoss hat ein Kreuzgewölbe. Das Rathaus erhielt sein heutiges Aussehen vorwiegend im Jahr 1874, als der zuvor abgerissene Vorbau in veränderter Form wieder aufgebaut wurde. Wochentags kann das Rathaus besichtigt werden.

In der Lutherstadt Eisleben gab es drei Stadtschlösser. Das Schloss Hinterort am Markt 58 war einst das der Stadtsitz der Grafen von Mansfeld-Hinterort und wurde von diesen im Jahr 1501 erworben. Im Erdgeschoss erinnern noch mehrere Gewölberäume an die damalige Zeit. Im Rittersaal befinden sich Wappen und ein epitaphartiger Aufbau der ebenfalls mit Wappen geschmückt ist.

Das Schloss Mittleort am Markt 34 war das Stadthaus der Grafen Mansfeld-Mittelort und wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut. Nachdem es 1601 dem Stadtbrand zum Opfer fiel und erst im folgenden Jahrzehnt wieder aufgebaut werden konnte, diente es bis 1788 den kurfürstlich-sächsischen Oberaufsehern der Grafschaft Mansfeld als Amtssitz. Das Gebäude ist mit Stuck verziert und hat teilweise Rechteckfenster. Der Fürstensaal aus dem frühen 18. Jahrhundert ist ebenfalls bemerkenswert.

Das Schloss Vorderort entstand aus dem im Jahre 1065 erwähnten Tafelgut, das im 12. Jahrhundert zur Burg und dann zum Schloss umgebaut wurde. Bis zum Feuer 1601 diente es den Grafen von Mansfeld-Vorderort als Residenz. Heute ist von dem Schloss nichts mehr zu sehen.

Eisleben Alte Waage © wikipedia.org/Con2tto

Das Haus an der östlichen Schmalseite des Marktes vereint eigentlich zwei Gebäude, das mittelalterliche Kaufhaus und die Waage in der Rohkupfer gewogen wurde und  auch der Zehnt an die Mansfelder Grafen und das von den Handelshäusern für die Verhüttung vorgeschossene Geld verrechnet wurden.

Die St.-Petri-Pauli-Kirche von Eisleben ist eine spätgotische Hallenkirche und die Taufkirche Martin Luthers. Im Altarraum befindet sich noch der „Luthertaufstein“.

Die St.-Andreas-Kirche in der Altstadt von Eisleben ist seit dem 13. Jahrhundert der Sitz des Halberstädter Archidiakons. Der vierflüglige Altar ist ein bedeutendes Beispiel mitteldeutscher Spätgotik. Von Bedeutung ist die Andreaskirche für evangelische Christen aus aller Welt, denn hier hielt er zwischen 31. Januar und 15. Februar 1546 seine vier letzten Predigten und führte außerdem zwei Pfarrer in ihr Amt ein. Am 19. Februar 1546 wurde Luther vor der Überführung in die Schlosskirche von Wittenberg hier aufgebahrt.

Die St.-Annen-Kirche ist die Bergmannskirche der Eisleber Neustadt an die sich auch das 1515 gegründete Augustiner-Eremiten-Kloster anschloss. Dort hielt sich auch Luther mehrmals in seiner Funktion als Distriktsvikar des Augustinerordens auf. Eine Besonderheit in Der St.-Annen-Kirche ist die von Hans Thon Uttendrup 1585 geschaffene Eisleber Steinbilderbibel bestehend aus 29 Sandsteintafeln. Sehenswert sind auch die Kanzel aus dem Jahre 1608 und die Glasmalereien der kostbaren Fenster.

 

Geschichte der Lutherstadt Eisleben

  • 994 Eisleben wird erstmals urkundlich erwähnt
  • 1065 wurde die Wasserburg am Faulen See erwähnt
  • Im 12. Jahrhundert wurde mit dem Bau der ersten Stadtmauer begonnen
  • 1180 Erwähnung Eislebens als Stadt
  • Ende des 12. Jahrhunderts wurde der Faule See trockengelegt
  • 10.11. 1483 Geburt Marin Luthers
  • 11.11.1483 Taufe Martin Luthers
  • 1511 Gründung der Neustadt
  • 1520-1630 Bau einer hölzernen Wasserleitung in der Stadt
  • 18.02.1546 Tod Martin Luthers
  • 1601 größter Stadtbrand
  • 1825 das erste Postamt in Eisleben
  • 1866 Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Halle-Nordhausen
  • 1871 erste Drahtseilbahn Europas
  • 1946 Verleihung des Namens „Lutherstadt”
  • 1994 Tausendjahrfeier der Lutherstadt Eisleben
  • 2007 Wiedereröffnung von Luthers Geburtshaus

 

Luthers Sterbehaus Eisleben © wikipedia.org/Andreas Thum

Veranstaltungen und Kultur in Eisleben

Museen

Sowohl das Geburtshaus Martin Luthers als auch sein Sterbehaus kann man besichtigen.

Veranstaltungen

Jedes Jahr findet am 3. Wochenende im September der Eisleber Wiesenmarkt statt. Es ist das größte Volksfest Mitteldeutschlands und geht auf die Genehmigung Kaiser Karls V. aus dem Jahr 1521 zurück, einen Vieh- und Ochsenmarkt abzuhalten.
Jedes Jahr im Frühjahr findet außerdem die Frühlingswiese statt.

 

Bäder in Eisleben

In Eisleben gibt es neben einem Hallenbad noch ein Freibad und einen Badesee.

 

Gastronomie in der Lutherstadt Eisleben

Hier finden Sie mehr zur Gastronomie in Eisleben. Neben regionaler Küche gibt es natürlich auch internationales Essen.

 

Öffentliche Verkehrsmittel in der Lutherstadt Eisleben

Natürlich gibt es auch in Eisleben Tageskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel.

 

Ausflugsziele in der Nähe von Eisleben

Natürlich ist der Harz nicht weit und immer ein schönes Ausflugsziel. Einen Besuch wert ist auch die Burg Querfurt, die größte Burg Mitteldeutschlands, die vor mehr als 1110 Jahren errichtet wurde. Auch die Stadt Mansfeld trägt den Beinamen Lutherstadt, da Martin Luther hier seine Kindheit verbrachte. Das Haus, das seine Eltern damals kauften ist zu besichtigen. Außerdem gibt es auf dem Lutherplatz einen Lutherbrunnen.

Tags: , ,

Halle (Saale)

Sehenswürdigkeiten in Halle

Halle an der Saale ist die größte Stadt in Sachsen-Anhalt und liegt im Süden des Bundeslandes.

Außergewöhnlich sind die zwei Burgen die sich im Stadtgebiet Halles befinden. Die ältere Burg ist Burg Giebichenstein die oberhalb der Saale liegt, die jüngere ist die spätmittelalterliche Moritzburg am nordwestlichen Rand der Altstadt. Burg Giebichenstein war die erste an der Saale erbaute Burg und die Moritzburg ist die jüngste der Burgen an der Saale.

Moritzburg © flickr/dierk schaefer

Abgesehen von der viertürmigen Marktkirche haben die Kirchen Halles keinen vollständigen Turm mehr. Die Marktkirche Unser Lieben Fraunen ist die jüngste der Kirchen (1529-1554) und gleichzeitig ein bedeutender spätgotischer Bau. Zusammen mit dem Roten Turm bilden ihre Türme das Wahrzeichen der Stadt.  Der Altar mit vier beweglichen und zwei festen Flügeln wurde 1529 von Simon Frank geschaffen, einem Schüler Lucas Cranach des Älteren. Ein Lünettenbild des Hallenser Malers Heinrich Lichtenfels, das Szenen der Apostelgeschichte zeigt, ist oberhalb des Altars zu sehen.  Die kleine Reichel-Orgel wurde 1663/1664 erbaut und ist die älteste in Mitteldeutschland. Auf ihr lernte bereits Georg Friedrich Händel das Orgelspielen.

Das älteste Kirchenbauwerk Halles ist der Dom, die ehemalige Klosterkirche der Dominikaner. Auch wenn Halle nie Bischofssitz war, wurde die Kirche schon immer als Dom bezeichnet, denn die Erzbischöfe von Magdeburg residierten lange als Landesherren in der Stadt.
Die spätgotischen St. Moritz Kirche kann mit der bedeutenden Sauer-Orgel  aus dem Jahr 1925 aufwarten. Außerdem befinden sich hier noch Steinskulpturen von Conrad von Einbeck. Die Renaissancekanzel aus dem Jahr 1592 ist ein Werk des Meisters Zacharias Bogenkrantz, der Schalldeckel ein Werk von Valentin Silbermann.

Die ehemalige St. Ulrich Kirche dient heute als Konzerthalle. Dort und in St. Georgen predigte August Hermann Francke.

Die 1870 errichtete Synagoge der Stadt Halle wurde während der Zeit des Nationalsozialismus zerstört. Heute dient die ehemalige Feierhalle auf dem jüdischen Friedhof als Synagoge.

Sehenswerte historische Bauwerke Halles sind auch die beiden großen Wassertürme. Der Wasserturm Nord (1897-1899) mit 54 Metern Höhe, aus rotem Werkstein und gelben Klinker, und der Wasserturm Süd (1927-1928) mit einer Höhe von 48 Metern.

Dadurch dass die Saale Halle in bis zu vier Armen parallel durchfließt sind sechs größere Inseln entstanden. So gibt es dann auch einige Brücken in der Stadt von denen die Geibichensteinbrücke im Norden, die Elisabethbrücke mit Magistralenbrücke in der Mitte und eine Brücke im Süden die wichtigsten sind.

Halle verfügt auch über bemerkenswerte Denkmale und Skulpturen. Die Betsäule von Halle ist ein gotischer Bildstock aus dem Jahre 1455, der Hallesche Roland stammt aus dem Jahr 1854, seine Geschichte geht aber bis ins Jahr 1245 zurück, auf dem Marktplatz steht ein Händel-Denkmal.

Am Marktplatz befindet sich auch der Rote Turm dessen Glockenspiel mit 76 Glocken weltweit das zweitgrößte ist. Auf dem Alten Markt ist der Eselsbrunnen, der an die hallische Sage erinnert, zu sehen. Der Hallmarkt war einst das Zentrum der Salzgewinnung Halles.

Geschichte Halles

  • 806 Bau eines Castellums zum Schutz der Salzquellen bei dem Ort Halla
  • Um 1120 wurden durch den Salzhandel und den damit verbundenen Reichtum Stadterweiterungen möglich
  • 1281 schriftliche Erwähnung Halles als Mitglied der Hanse
  • 1310 Selbstverwaltung der Stadt
  • 1418 Baubeginn des Roten Turms
  • 1478 Ende der städtischen Selbständigkeit
  • Bis 1680 Haupt- und Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg, dann fällt Halle an das Kurfürstentum Brandenburg
  • 1541 Einführung der Reformation
  • 1625 Wallensteins Truppen besetzen die Stadt
  • 1694 Gründung der Universität
  • 1806 Napoleon besucht die Stadt und ordnet die Auflösung der Universität an
  • 1842 das Gefängnis Roter Ochse wird eröffnet
  • 1882 die ersten Pferdebahnen in Halle

Veranstaltungen und Kultur in Halle

Halle (Saale) © flickr/lilli2de

Museen

Im Halloren Schokoladenmuseum können Besucher interessantes aus 3.500 Jahren Kakao- und Schokoladengeschichte und  natürlich der Schokoladenherstellung in Halle erfahren.

Die Voraussetzung für die Salzgewinnung in Halle war die sogenannte „hallesche Marktplatzverwerfung“. Alles darüber  lernen Besucher im Halloren- und Salinemuseum Halle.

Im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in der Moritzburg zeigt die Stiftung Moritzburg eine Sammlung der Klassischen Moderne. www.stiftung-moritzburg.de/

Das Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen Anhalt ist eines der wichtigsten Museen Mitteleuropas. Errichtet wurde das Gebäude von 1911-1913 nach Plänen von Wilhelm Kreis. Die Sammlung des Museums umfasst mehr als 10 Millionen Fundstücke die teilweise Weltgeltung besitzen. Seit 2008 ist auch der Teilbereich „Alt-, Mittel-, Jungsteinzeit, Bronzezeit“ wieder zugänglich. Er wurde vollkommen neu gestaltet. www.archlsa.de/

Nach 10 Jahren in Köln ist das Beatles-Museum seit 2000 in Halle. Es ist die größte öffentliche Beatles-Einrichtung auf der Welt und dokumentiert die Erfolgsstory der Gruppe. www.beatlesmuseum.net

Das Musikmuseum der Stadt Halle befindet sich seit 1948 im Geburtshaus Georg Friedrich Händels (1685-1759). Eine Ausstellung widmet sich seinem Leben und Werk. www.haendelhaus.de/de

Das Deutsch Bahn Museum in Halle wurde 2003 eröffnet.

Veranstaltungen

  • 21.08.2010 – Nacht der Kirchen
  • Letztes Wochenende im August – Laternenfest
  • 4./5.09.2010 – 9. Mitteldeutscher Marathon
  • 24.09.-26.09.2010 – Salzfest
  • 26.11.-23.12.2010 – Weihnachtsmarkt

Bäder und Zoo in Halle

Maya Mare Bade- und Sauna Paradies www.mayamare.de/

Naturbäder sind der Hufeisensee, der Heidesee und die Angersdorfer Teiche.

Der Zoo Halle nennt sich selbst den schönsten Bergzoo Deutschlands. www.zoo-halle.de/cms/index.php

Dom zu Halle © flickr/dierk schaefer

Gastronomie in Halle

In Halle gibt es vier Flanier- und Kneipenmeilen. Die längst ist die Kleine Ulrichstraße mit zahlreichen Bars, Cafés, Restaurants und Kneipen.

Öffentliche Verkehrsmittel in Halle

Für Besucher eignet sich gut die Welcome Card, denn mit ihr hat man freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln und außerdem Ermäßigungen für Stadtführungen, Schiffstouren, Museumsbesuche, Freizeiteinrichtungen, Theater, Restaurants und mehr. Zu bekommen ist die Welcome Card unter anderem bei der Tourist-Information, Marktplatz 13, 06108 Halle.

Messetermine in Halle

Informationen zu Messeterminen in Halle finden Sie hier.

Ausflugsziele in der Nähe von Halle

Natürlich ist die Stadt Leipzig, die mit Halle zusammen einen Ballungsraum bildet einen Besuch wert.

Die Döldauer Heide kann auf der Bischofswiese mit Befestigungsanlagen und Hügelgräbern aus der Jungsteinzeit aufwarten.
Auf der Preisnitzinsel gibt es eine Parkeisenbahn, den Peißnitzexpress Halle (Saale), in der Saaleaue eine Galopprennbahn.

Tags: , , ,

Magdeburg

Sehenswürdigkeiten in Magdeburg

Die drei populärsten Sehenswürdigkeiten Magdeburgs sind wohl der Dom, das Hundertwasserhaus und das Kloster Unser Lieben Frauen.

Der Magdeburger Dom „St. Mauritius und St. Katharina” ist eine der größten Kirchen Deutschlands und seine Ursprünge gehen zurück in das Jahr 937. Otto I. gründete damals ein Kloster zu Ehren des Heiligen Mauritius. 955 wurde der Bau erweitert und 968 zur Kathedrale erhoben. Ausgestattet ist der Dom mit mit Säulen aus Marmor, Granit und Kaiserporphyr aus Italien, die Otto nach Magdeburg schaffen ließ.

Dom©flickr/simplyalex

1207 wurde der Dom durch ein Feuer stark beschädigt und da der Kirchengemeinde nun das Gotteshaus fehlte, ließ Erzbischof Albrecht II. zwei Jahre später einen Neubau errichten. Allerdings konnte die gotische Kathedrale erst 1362 geweiht werden. Im Jahr 1520 wurden dann auch die 101 Meter hohen Türme vollendet.

Im Inneren ist der Dom überraschend hell und bar jeder Farbigkeit. Einige originale Ausstattungsstücke und auch die Grablege Kaiser Ottos I.  und seiner Gemahlin sind noch erhalten.

Noch bis kurz vor seinem Tod arbeitete Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) an den Plänen für die GRÜNE ZITADELLE VON MAGDEBURG. Zumindest lautet so der offizielle Name, den Hundertwasser dem Gebäude gab, das 2005 eingeweiht wurde. Schon während der Planungsphase polariserte der Bau die Meinung der Menschen und dies ist wohl auch bis heute so geblieben. Viele Besucher empfinden das Gebäude als ein Traumhaus in dem sie selber gerne wohnen würden, andere können mit der Kunst Hundertwassers nicht viel anfangen. Am besten macht sich jeder selbst ein Bild von diesem sicherlich ungewöhnlichen und sehr farbenfrohen Haus.

Das Kloster Unser Lieben Frauen, das seit 1974 ein Kunstmuseum beherbergt, liegt and der Straße der Romantik im Zentrum Magdeburgs am Ufer der Elbe. Fast 1000 Jahre ist das romanische Bauwerk alt. Auf den ersten Blick fällt dem Besucher die Turmgruppe mit dem anschließenden Kirchenbau auf. Der Kreuzgang hat ein spitzkegliges Dach und im Nordflügel faszinieren den Besucher die Tonnengewölbe. Sie werden für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

Mit dem Bau des Klosters wurde zur Zeit der Romanik um 1063/64 begonnen. Ab 1129 erfolgte die Fertigstellung dieses Nachfolgebaus des 1017/18 von Erzbischof Gero gegründeten Stifts. Erzbischof Norbert hat das Kloster dann dem Orden der Prämonstratenser übertragen. Ein frühgotisches Gewölbe, das 1220 in der Kirche ergänzt wurde zerstörte nicht die charakteristischen Merkmale der Romanik.

In den 1960er Jahren wurde der während des Zweiten Weltkrieges zerstörte Westflügel neu erbaut und Gebäude im Umfeld wurden beseitigt. Seit 2006 können Besucher auf einem Rundweg um das Kloster gehen. Auch eine Bibliothek mit den Altbeständen des Klosters, die bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückreichen ist dort untergebracht.

Das Alte Rathaus aus dem 12./13. Jahrhunder wurde nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg im Stil der italienisch-niederländischen Renaissance als Sandsteinbau wieder aufgebaut. Die Entwürfe stammten von dem Ingenieurhauptmann Heinrich Schmutze. Im 19. Jahrhundert fanden zahlreiche Aus- und Umbauarbeiten statt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Rathaus ab 1965 originalgetreu wieder aufgebaut. Eine besondere Attraktion ist das Glockenspiel, das an den Markttagen und zu Konzerten zu hören ist.

Der auf der innerstädtischen Elbinsel gelegene Stadtpark Rotehorn ist das grüne Herz Magdeburgs und einer der am schönsten gelegenen englischen Landschaftsparks in Deutschland. Schon im frühen 19. Jahrhundert wurde die Ostseite der Insel als Badestrand genutzt und ab 1871 begann die gärtnerische Ausgestaltung des Südbereichs. Erheblich vergrößert wurde der Park dann 1898. Zu dieser Zeit entstanden auch der Tempel auf der Marieninsel und der Adolf-Mittag-See.

Die im Bauhausstil entworfene Stadthalle wurde 1927 in nur viereinhalb Monaten fertiggestellt und ergänzt durch einen 60 Meter hohen Aussichtsturm und das Pferdetor.

Geschichte Magdeburgs

Magdeburg ist die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt und früheste Faustkeilfunde aus der Gegend stammen aus der Saaleeiszeit von vor circa 150.000 Jahren. Aus der Weichsel-Eiszeit etwa 15.000 v. Chr. stammen Funde, die auf sesshafte Siedler hinweisen.

805 wurde Magdeburg das erst Mal als Magadoburg urkundlich erwähnt. Unter Otto I. war es Kaiserpfalz, und unter Heinrich I. dem Vogler wurde es gegen Angriffe der Magyaren und Slawen befestigt. Die Elbfurt wurde aber gleichzeitig auch genutzt um mit den Slawen Handel zu treiben.

Rathaus©flickr/Matthew Black

946 starb Königin Editha, die Frau Otto I. die Magdeburg anlässlich ihrer Hochzeit als Morgengabe erhalten hatte. Ottos zweite Frau Adelheid von Italien beeinflusste stark die Architektur der Stadt.
968 wurde Magdeburg zum Erzbistum erhoben.

1035 wurde Magdeburg zur Messestadt erklärt und die Stadt hatte das Recht Handelsausstellungen und Konventionen abzuhalten. Dies hatte zur Folge, dass Besucher aus vielen Ländern kamen, um Handel zu treiben.
Seit 1295 war Magdeburg nachweislich Mitglied der Hanse und neben Braunschweig zum Vorort des Sächsischen Städtebundes.

Ab 1430 kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Erzbischof und durch die Reformation wurden die Gegensätze noch vertieft.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Magdeburg vom Feldherrn Tilly erobert und ging in Flammen auf. Unter dem Begriff Magdeburgisieren wurde dieser Vorgang berühmt. Die Bevölkerung wurde durch die Eroberung und den Brand stark dezimiert und nur wenige tausend Menschen blieben am Leben. Die Zahl der Toten liegt je nach Quelle bei 20-30.000.

1646 bis 1681 war der Physiker Otto von Guericke Bürgermeister und führte seine Versuche mit den Magdeburger Halbkugeln aus.

1824 wurde die Magdeburger Börse gegründet.

Seit 1866 war das Hauptquartier des IV. Armeekorps des norddeutschen Bundes und ab 1971 des Deutschen Kaiserreiches in Magdeburg. Während des Ersten Weltkrieges war die Stadt de VI. Armee-Inspektion unterstellt. Einer der Generale war Paul von Hindenburg, der spätere Reichspräsident.

Um die Industriebetriebe, die der Rüstungsproduktion dienten, zu zerstören, wurde Magdeburg ab 1943 intensiv durch alliierte Bomberverbände angegriffen. Am 16. Januar 1945 wurde die Altstadt zu 90 Prozent zerstört. Am 19. April durchbrachen die Amerikaner die starke deutsche Abwehr und besetzten den westlichen Teil der Stadt. Am 5. Mai 1945 nahm die Sowjetarmee den ostelbischen Teil ein.

Während der DDR-Zeit wurden acht beschädigte Kirchen gesprengt oder abgerissen, obwohl sie als wiederaufbaufähig galten. Dies sollte den Widerstand der Bevölkerung gegen das Regime brechen.

2005 wurde in Magdeburg das 1200-jährige Stadtjubiläum gefeiert.

Veranstaltungen und Kultur in Magdeburg

Veranstaltungen

Jeden Tag können Sie von 11.00 bis 13.00 Uhr an einer Stadtführung teilnehmen und zu Fuß durch die Geschichte der Stadt reisen. Treffpunkt ist die Tourist-Information Magdeburg, Ernst-Reuter-Allee 12, 39104 Magdeburg.

Nicht nur für Gruppen, sondern auch für Einzelpersonen gibt es Führungen in der MDCC-Arena, bei denen Sie die Spielerkabinen, den Innenraum und den Business- und  Logenbereich kennenlernen und den 1. FC Magdeburg hautnah erleben können. Die Besichtigungen finden nach Anmeldung statt: Telefon: 0391 990290 E-Mail: info@fc-magdeburg.de Kennwort Stadionführung

Besucher die mehr über die Jugend in der DDR erfahren möchten, sollten sich die Ausstellung „Zwischen Aufbegehren und Anpassen – Jugend in der DDR“ nicht entgehen lassen. Sie findet noch bis zum 30.06.2010 Mo-Fr von 8.00-18.00 Uhr statt. Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU), Außenstelle Magdeburg, Georg-Kaiser-Straße 4, 39116 Magdeburg

Wer mehr über das Leben und Werk Friedensreich Hundertwassers erfahren möchte, sollte sich die Kombination aus Stadtrundfahrt im Doppeldecker-Bus und geführtem Rundgang in der GRÜNEN ZITADELLE® nicht entgehen lassen. Eine Voranmeldung ist erforderlich. Telefon 0391 8380403

  • 29. Mai-5. Juni 2010 Magdeburger Orgelfesttage
  • 21.-25. Mai 2010 Spectaculum Magdeburgense – Reise ins Mittelalter, Festung Mark
  • 13.-14. August 2010 Ballon Magie Tage mit Früh- und Abendstarts von Heißluftballonen im Elbauenpark Magdeburg
  • 24. Oktober 2010 7. Magdeburger Marathon
  • 23. November-30. Dezember Magdeburger Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt. 24.u.25.12. geschlossen.

Museen

Das Kulturhistorische Museum vermittelt Einblicke in die Geschichte der Stadt und der Region. Otto-von-Guericke-Straße 68-73, 39104 Magdeburg, www.khm-magdeburg.de

Das Kunstmuseum im Kloster Unser Lieben Frauen ist Ausstellungsort für Skulptur und zeitgenössische Kunst in Sachsen Anhalt. Regierungstraße 4-6, 39104 Magdeburg, www.kunstmuseum-magdeburg.de

Das Museum für Naturkunde hat seine Ursprünge in dem 1869 gegründeten Naturwissenschaftlichen Verein zu Magdeburg. Hier können Sie viel lernen über Gebiete der Geologie, Mineralogie, Paläotologie, Botanik und Zoologie. Otto-von-Guericke-Straße 68-73, 39104 Magdeburg

Otto-von-Guericke-Museum in der Lukasklause. Lukasklause, Schleinufer 1, 39104 Magdeburg, www.uni-magdeburg.de/org/ovgg

Im Technikmuseum, das 1995 eröffnet wurde, werden in einer ständigen Ausstellung Antriebs- und Werkmaschinen und Objekte aus den Bereichen Drucktechnik, Schließtechnik, Verkehr und anderem gezeigt. Technikmuseum, Dodendorfer Straße 65, 39112 Magdeburg

Hundertwasserhaus©flickr/tm-md

Zoo Magdeburg

Der Magdeburger Zoo liegt im Vogelgesang-Park. Auf einer Fläche von 12 Hektar sind 637 Tiere von 157 Arten zu sehen. Neben Sibirischen Tigern und Schneeleoparden sind Elefanten, Giraffen, Löwen, Affen, Antilopen, Papageien und Spitzmaulnashörner zu erleben. www.zoo-magdeburg.de/templates/main/home.asp

Gastronomie in Magdeburg

In Magdeburg gibt es zahlreiche erstklassige Restaurants, Bars und Cafés. Sowohl regionale als auch internationale Küche ist im Angebot. www.magdeburg-tourist.de/Tourismus_Freizeit/Tourist_Information/Gastronomie/

Öffentliche Verkehrsmittel in Magdeburg

In Magdeburg gibt es die Tourist Card, mit der man in allen Bussen und Bahnen der Stadt freie Fahrt hat. Außerdem gibt es kostenfreie Leistungen wie die geführte Stadtrundfahrt, eine Domführung oder einer Führung durch die GRÜNE ZITADELLE VON MAGDEBURG und viele Ermäßigungen für Freizeit-und Kultureinrichtungen. www.magdeburg-tourist.de/index.phtml?sNavID=698.39&mNavID=37.9&La=1

Messetermine in Magdeburg

Informationen zu Messeterminen in Magdeburg gibt es hier.

Ausflugsziele in der Nähe von Magdeburg

Lohnend ist auf alle Fälle eine Fahrt zum Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Hier erwarten die Besucher die Sparschleuse Rothensee, die längste Kanalbrücke Europas über die Elbe mit einer Länge von 918 Metern und die Doppelsparschleuse Hohenwarthe. Dieses gigantische Verkehrsprojekt liegt in einer herrlichen Landschaft. Seit dem 10. Oktober 2003 ist das Wasserstraßenkreuz für den Schiffsverkehr freigegeben.

In Magdeburg-Randau ist seit 2001 ein steinzeitliches Museumsdorf entstanden. Hier finden die Besucher prähistorische Bauten, Spielstätten und auch ein Sanitärgebäude. Die Anlage liegt am Elberadweg und ist von Mai bis Oktober von 9.00-16.00 Uhr (am Wochenende von 10.00-17-00 Uhr) geöffnet.

Auch Halle an der Saale ist ein schönes Ausflugsziel. In der grünen Stadt am Fluss gibt es viel zu entdecken. Zum Beispiel den Roten Turm, die Rolandstatue oder die spätgotische Marktkirche.

Auch der Harz mit seinen Wäldern und Seen und dem Brocken, dem höchsten Berg im Norden, ist von Magdeburg aus in einer knappen Stunde zu erreichen. Halberstadt das Tor zum Harz ist schon aus der Ferne anhand der Kirchen zu sehen.

Tags: , ,

Copyright © 2010– 2011 Städte Info Deutschland All rights reserved