Bielefeld, die Stadt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen ist nicht nur die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum.
Sehenswürdigkeiten Bielefelds
Das Wahrzeichen von Bielefeld ist die Sparrenburg. Die mächtige Festungsanlage ist natürlich hoch über der Stadt gelegen und liegt am 156 km langen Hermannsweg, einem der schönsten Höhenwanderwege Deutschlands.
Im 13. Jhd. vom Grafen von Ravensberg erbaut, war die Burg nicht nur Verwaltungssitz, sondern auch Handelsweg im Bielefelder Pass.
Auch das 300 Meter lange unterirdische Gangsystem ist eine Besichtigung wert. Möglich von April bis Oktober.
Für das mittelalterliche Sparrenburgfest ist die Kulisse perfekt. Auch der Ausblick auf Stadt und Umland sind optimal.
Ein interessantes Bauwerk ist die im Fabrikschlossstil errichtete Ravensberger Spinnerei (19./20. Jhd.). Einst europaweit führend in der Flachsspinnerei, ist das Gelände heute als Ravensberger Park bekannt. Dort finden sich Museen, Kino, Gastronomie und ein Veranstaltungszentrum.
Im Herzen Bielefelds sind die historischen Häuserfassaden und Giebeln am Alten Markt zu bestaunen. Z. B. das Patrizierhaus. In einem Hausaufgang dort zieren 7000 Delfter Kacheln aus dem 16.-18. Jhd. die Wände.
Dort findet nicht nur der Weihnachtsmarkt statt, sondern auch La Strada, Nachtansichten und der Leinewebermarkt.
Das Leineweberdenkmal befindet sich neben der Kirche am Altstädter Kirchpark (1909). Der Bildhauer Hans Perahoner hat die Bronzefigur geschaffen. Es ist zur Erinnerung an die Bedeutung des Leinengewebes, welcher einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung Bielefelds hatte.
Das Alte Rathaus stammt aus dem Jahre 1904. Es ist ein interessanter Mix aus Gotik, Renaissance und anderen historischen Stilen.
Das Stadtwappen Bielefelds ist im Giebel untergebracht. Erweitert wurde dieser repräsentative Verwaltungssitz vor 30 Jahren mit dem Bau des Neuen Rathauses.
Auch das Stadttheater ist recht jung. 1904 erbaut aus einer Mischung von Jugendstil und Barock. Über 500 Vorstellungen finden jedes Jahr statt, sicherlich ist auch für Sie was dabei.
Die Konzerthalle Rudolf-Oetker-Halle ist für eine fantastische Akustik bekannt. Dort finden viele klassische Konzerte statt. 1930 auch als eine der schönsten Hallen Europas eingeweiht. Dort findet jährlich das internationale “Tanzfestival Bielefeld” statt.
Ganz interessant und auf jeden Fall sehenswert ist der Grest’scher Hof. Der ehemalige Adelshof bezaubert mit seinen Erkern und dem Treppenturm. Bereits im 16. Jhd. errichtet vom Bürgermeister Caspar von Greste hat der Hof eine lange Geschichte. Im Laufe der Zeit wurde der Hof auch als Waisenhof genutzt und sogar als Cholerastation.
Die älteste Kirche Bielefelds ist die Altstädter Nicolai-Kirche von 1236. 250 geschnitzte Figuren erzählen die biblische Geschichte.
Um zwei Minuten vor 10, 13, 16 und 19 Uhr erklingt ein Glockenspiel.
Leicht zu erkennen ist die Neustädter Marienkirche mit ihrem Doppelturm. Kreuzförmig angelegt wurde die Hallenkirche vom Grafen Otto III: zu Ravensberg. Der Marienaltar ist ein wahrer Schatz von 1400.
Geschichte Bielefelds
1214 von Graf Hermann von Ravensberg gegründet “Bilivelde”
ab 1240 Bau der Sparrenburg
1520 Vereinigung der voneinander unabhängigen Städte Altstadt und Neustadt als Bielefeld.
1648 Grafschaft Ravensberg und Stadt Bielefeld gingen über zum Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und dem Hause Hohenzollern bis 1947, dann gehörte Bielefeld zum Staat Brandesburg/Preußen.
17. Jhd.: Aufstieg des Bielefelder Leinengewerbes. Garn- und Leinwandproduktion waren in der Umgebung von Bielefeld Konjunktur. Exportiert wurde nach Holland, England, Skandinavien und sogar bis ins Baltikum. Auch im amerikanischen Markt war dieses hervorragende Leinen begehrt.
1830 geriet das Leinenhandwerk in eine schwere Krise; die Konkurrenz aus Irland stelle Garne und Leinen maschinell her und war damit viel billiger. Heimische handgewebte Garne und Stoffe waren nicht konkurrenzfähig.
1847 mit der Anbindung Bielefelds an das Schienennetz begann auch in der Stadt die Industrialisierung. Bau von Fabriken, Dampfmaschinen machten den Aufstieg möglich.
1854 wurde die Ravensberger Spinnerei gegründet. Auch die Weiterverarbeitung wurde von den Kaufleuten umgesetzt.
1862 wurde die Mechanische Weberei Bielefeld ins Leben gerufen.
1930 das überschritt Bielefeld nach Eingemeindung von Schildesche, Sieker, Stieghorst, Heepens und Gadderbaum die 100.000 Einwohnergrenze.
2. Weltkrieg: auch hier fanden politische Umwälzungen statt, Synagogen brannten. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter mussten in den dortigen Fabriken arbeiten.
Bombenangriffe zerstörten Teile der Stadt (Zentrum 1944).
1969 Bielefeld wird Universitätsstadt.
Zoo, Therme & Co in Bielefeld
Heimat-Tierpark Olderdissen: 450 heimische Tiere gibt es zu bestaunen
Therme ISHARA: Erlebnisbad im orientalischen Stil
Museen Bielefelds
Gleich mit 13 Museen und Galerien kann Bielefeld aufwarten; hier ein kleiner Auszug:
Das Historische Museum im Ravensberger Park zeigt die geschichtliche Entwicklung der Stadt und Region dar. Von der ersten Besiedlung bis heute wird vom Leben der Menschen erzählt. Ein Schwerpunkt ist das Industriezeitalter mit seine vielen gesellschaftlichen Veränderungen.
Untergebracht ist das Museum in der ehemaligen Spinnerei.
2001 wurde das älteste Freilichtmuseum Westfalens mit dem Special Commendation des European Museum of the Year Award ausgezeichnet. Seit 1917 steht das Freilichtmuseum auf der Ochsenheide.
Ein Hof von 1590, eine Bockwindmühle von 1686, ein Backhaus von 1764, ein Spieker von 1795 sind zu sehen. Landleben, Sozialgeschichte des 19. Jhd. werden dargestellt. Auch das Wirtschafts- und Sozialsystem kommt nicht zu kurz.
Die Scheune von 1807 beherbergt ein Café.
Das Huselmann Museum zeigt Klassiker des europäischen Kunsthandwerks. Von Renaissance über Barock zum Klassizismus gibt es viele Ausstellungsstücke wie Tafelsilber, Porzellan, Glas und Möbel. Auch Uhren und wissenschaftliche Instrumente haben hier eine Heimat gefunden.
Eine asiatische Kunstabteilung gibt es auch.
Deutschlandweit einmalig ist auch das Museum Wäschefabrik. Verborgen im Hinterhof der Häuser in der Viktoriastraße 48 bis 50. Dort gab es einst eine Wäschefabrik, die nun zeigt wie dort Tisch- und Bettwäsche hergestellt wurde; auch Damenwäsche und Herrenhemden wurden hier gefertigt.
Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde dort produziert. Nach einigen Jahren der Untätigkeit in den historischen Räumlichkeiten wurde ein Förderverein gegründet, der die Wäschefabrik aufkaufte.
Die Herstellungsräume sind noch originalerhalten und diverse Ausstellungen runden das Programm ab.
Spaß und Abwechslung für die gesamte Familie bietet das Feuerwehrmuseum. 1860 wurde die Feuerwehr von Bielefeld als Freiwillige Feuerwehr gegründet und 1899 die Berufsfeuerwehr.
Geschichte, Schriften, viele Gerätschaften und Fahrzeuge können bewundert werden.
Auch die verwandten Themen Rettung, Atemschutz, Strahlenschutz, Brandmeldung etc. werden in Themenausstellungen gezeigt.
Die Kunsthalle Bielefeld zeigt deutsche und internationale Kunst des 20. und 21. Jhd. Es gibt jährlich vier große wechselnde Ausstellungen zur Klassischen Moderne, Expressionismus und der Gegenwart.
1966 bis 1968 vom Amerikaner Philip Johnson erbaut ist es das Zeugnis der neuen Architektur nach der Kriegszeit.
Gastronomie Bielefelds
Ein Essen im Restaurant in der Sparrenburg sollte man sich nicht entgehen lassen. Das rustikale Burgrestaurant bietet westfälische Spezialitäten.
Auch Rittergelange finden hier statt.
Ansonsten findet man alles in Bielefeld von Deutscher Küche bis International, Bars und Cafés.
Öffentlicher Nahverkehr in Bielefeld
Besonders hervorzuheben ist die Tourist-Card. Es gibt diese als Einzel oder Gruppenkarte für einen oder drei Tage. Nicht nur gültig für Bus und Bahn, sondern auch für Eintritte und Ermäßigungen.
Ausflüge in die Umgebung von Bielefeld
Der Teutoburger Wald ist so nah, das er schon fast ein Muss ist.
Es gibt viel zu tun und zu sehen: Klassiker sind natürlich Wanderungen und Radfahren.
Aber auch ein Barfußlehrpfad ist nicht zu verachten. Entlang an einem Bach, über Rindenmulch, Kiesel verschiedener Größe, Lehm oder auch nur auf Wiesen kann man das in Bad Wünnenberg.
Toll ist das Eisenbahnviadukt von Altenbeken mit seinen 24 Steinbögen, die das Tal der Beke überspannen. 482 Meter lang ist das Viadukt, auf dem der Eisenbahnverkehr von Paderborn nach Hannover und Kassel geführt wird.
Eröffnung war 1853.
Im Hövelhofgebiet kann man die Moosheide mit den charakteristischen Sanddünen erwandern.
Horn-Bad Meinberg lockt mit Externsteinen und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Teutoburger Waldes.
Bis zu 35 Meter hoch sind die Felsen. Diese Gebirgskette ist aus Sandstein der Unterkreidezeit aufgebaut.
Messe und Veranstaltung in Bielefeld
- ab Ende Oktober: westfälischer Expressionismus in der Kunsthalle
- November: 21. Film+MusikFest / Weihnachtsmarkt
- April 2011: Hermannslauf










