Jul 29
Weimar
Die kreisfreie Stadt Weimar in Thüringen ist vor allem für ihr kulturelles Erbe bekannt.
Sehenswürdigkeiten in Weimar
Eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Weimars ist sicherlich das Wohnhaus Goethes, in dem er fast 50 Jahre lang gewohnt hat. Das im Stil des Barock erbaute Haus wurde nach Wünschen Johann Wolfgangs von Goethe umgebaut. Heute ist es zu besichtigen und weitgehend in dem Zustand belassen, in dem es sich in Goethes letzten Lebensjahren befand.
Und auch Schiller verbrachte seine letzten drei Lebensjahre in Weimar. Das Bürgerhaus in dem er lebte und in dem Dramen wie Messina oder Wilhelm Tell entstanden ist heute mit dem noch teilweise originalen Inventar zu sehen.
Nachdem das Rathaus Weimars im Laufe seiner Geschichte zweimal abgebrannt ist, ist heute der neugotische Bau aus dem Jahre 1841 zu sehen. Neben den Amtsräumen des Oberbürgermeisters befindet sich hier auch das Hochzeitszimmer des Standesamtes. Die Glocken des Glockenspiels im Turm sind aus Meißener Porzellan.
Das Deutsche Nationaltheater in Weimar ist Nachfolger des Weimarer Hoftheaters, an dem auch Goethe Direktor war. Der 1908 fertig gestellte neoklassizistische Bau wurde mehrfach umgebaut und auch wichtige politische Veranstaltungen fanden hier statt. Hier wurde auch die Weimarer Republik gegründet. Heute befinden sich hier das bedeutendste Thüringer Theater und die Staatskapelle Weimar. Auf dem Theaterplatz befindet sich das Goethe-Schiller-Denkmal von Ernst Rietschel aus dem Jahre 1857. Kopien des Denkmals stehen in Cleveland, Milwaukee, San Francisco und Shanghai.
Das eindrucksvolle im Barockstil erbaute Fürstenhaus diente der Fürstenfamilie nach dem Brand des Schlosses zeitweise als Wohnung. In dem ursprünglich als Verwaltungsgebäude errichteten Bau befindet sich heute die Hochschule für Musik. Vor dem Fürstenhaus ist das Reiterstandbild Carl Augusts zu sehen.
Im Cranachhaus hatte Lucas Cranach der Ältere seine Malerstube und arbeitete an dem dreiflügligen Altarbild für die Stadtkirche. Das Gebäude ist mit Säulen, Muschelnischen und Rundbögen verziert und beherbergt heute eine Kleinkunstbühne.
Das prächtige Stadthaus im Stil der Frührenaissance wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zerstört. Bei der Restaurierung zwischen 1968 und 1971 wurde die Fassade wieder hergestellt, der Rest des Gebäudes ist aber modern.
Auch Goethes Freundin und Vertraute, Charlotte von Stein lebte 50 Jahre bis zu ihrem Tod im Jahre 1827 in Weimar. In dem Haus in dem sich bis 1794 auch noch die Pferdeställe der herzoglichen Husaren befanden, befindet sich heute das Goethe-Institut Weimars.
Von Ferdinand von Streichhan im Stil der Neorenaissance erbaut, von den Nationalsozialisten als Gefängnis genutzt, beherbergt der Marstall heute das Thüringische Hauptstaatsarchiv.
Der Henry-van-de-Velde-Bau war 1919 Gründungsort des Bauhauses und ist einer Der bedeutendsten Kunstschulbauten der Jahrhundertwende.
Das erste Weimarer Dichterdenkmal war das Herder-Denkmal von Ludwig Schaller auf dem Herderplatz. Es wurde zum 106. Geburtstag des Philosophen und Theologen (1744-1803) aufgestellt.
Auch Wieland, Liszt und Shakespeare sind in Form von Denkmälern in Weimar zu sehen.
Die Buchenwald-Plastik von Fritz Cremer ist Teil der Mahnmalanlage Buchenwald und entstand zwischen 1954 und 1958. Das ehemalige Konzentrationslager sollte auf keiner Tour durch Weimar fehlen. Zwischen 1937 und 1945 starben hier mehr als 50.000 Menschen.
In der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar ist der berühmte dreiflüglige Altar von Lucas Cranach dem Älteren zu sehen, an dem er in seinem letzten Lebensjahr 1552 gearbeitet hat. Das Werk wurde von seinem Sohn beendet. Die Kirche ist eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche und trägt den Beinamen Herderkirche. Kirche und Herderhaus stehen auf der Welterbeliste der UNESCO.
Nach dem Vorbild des Domes in Florenz wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts die erste Katholische Kirche Weimars, die Herz-Jesu-Kirche erbaut.
Die Jakobskirche wurde 1713 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Ab 1728 war sie Garnisonskirche und nach dem Schlossbrand Hofkirche. Zur der Zeit als Napoleons Truppen in Weimar waren, war sie ein Lazarett.
In der Kirche von Denstedt befindet sich eine Orgel, auf der schon Liszt gespielt hat.
Und auch viele schöne Brunnen gibt es in Weimar. Der Gänsemännchenbrunnen wurde nach Vorbild des Nürnberger Gänsemännchenbrunnens erstellt.
Der Goethebrunnen war die erste gusseiserne Brunnenanlage der Stadt und auf dem Neptunbrunnen steht die dritte Nachbildung des original Neptuns. Ursprünglich stand dort allerdings das Wappentier Weimars, ein Löwe.
Weitere Brunnen sind der Donndorfbrunnen , der Löwenbrunnen, der Ildefonso-Brunnen, der Herderbrunnen, der Geleitbrunnen, der Brunnen am Lesemuseum und der Bürgerschulbrunnen.
Geschichte Weimars
- Im 5. Jahrhundert befand sich auf dem Gebiet Weimars eines der kulturellen Zentren der Thüringer
- 899 Weimar wird zum ersten Mal urkundlich als „Vvigmara“ erwähnt
- 1002 Kaiser Otto III. war mit der Belagerung der Burg des Grafen von Weimar nicht erfolgreich
- 1254 erstmals urkundlich als Stadt bezeichnet: „in civitate nostra Wimare“
- 1424 durch ein Feuer wurden große Teile der Stadt und die Burg vernichtet
- 1552 Lucas Cranach der Ältere kommt in die Stadt zusammen mit Johann Friedrich des Großmütigen der sie zu seiner Residenz wählt
- 1708-1717 Johann Sebastian Bach ist in Weimar
- 1775 Herzog Carl August übernimmt die Regentschaft von seiner Mutter Herzogin Anna Amalia und lädt Goethe nach Weimar ein
- 1799 Friedrich Schiller kommt nach Weimar
- 1848-1961 Franz Liszt wirkt in Weimar
- 1846 Eisenbahnanschluss nach Halle und Erfurt
- 1919 Gründung der Weimarer Republik und des Bauhauses
- 1937 das Konzentrationslager Buchenwald wird errichtet
- 2004 beim Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek werden etwa 50.000 alte Bücher vernichtet
Veranstaltungen und Kultur in Weimar
Veranstaltungen
- 20. August-12. September 2010 – Kunstfest Weimar
- 26.-29. August 2010 – Weinfest, es wird rund um den Geburtstag Goethes gefeiert
- 4.-5. September – Töpfermarkt mit Töpfern aus ganz Thüringen
- 24. September-10. Oktober 2010 – Güldener Herbst 2010 mit alter Musik auf originalgetreuen Instrumenten
- 8.-10. Oktober 2010 – Zwiebelmarkt, das größte Volksfest Thüringens und ein Stück Stadtgeschichte
- 4.-5. Dezember2010 – Adventsmarkt Bienenmuseum, ein Geheimtipp für Kenner
- 25. Novenber-22. Dezember 2010 Weimarer Weihnachtsmarkt
Museen
Natürlich sind Goethes Wohnhaus, sein Gartenhaus und Schillers Wohnhaus heute Museen.
Im Bauhausmuseum kann man alles über die Entstehung des Bauhauses und die frühen Arbeiten erfahren.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek dürfte besonders für Bücherfreunde interessant sein. Aber auch für andere ist besonders der weltberühmte Rokokosaal interessant. Da die tägliche Besucherzahl begrenzt ist, sind Reservierungen ratsam. Kartenbestellung unter: Tel: 03643-5454-01 oder -02 oder info@klassik-stiftung.de
Das Neue Museum Weimar beherbergt zeitgenössische Kunst in einem Neorenaissance-Bau.
Das Wittumspalais wurde nach dem Brand des Schlosses zum Witwensitz und zur Stadtwohnung Herzogin Anna Amalias. Heute ist es ein wichtiges Dokument adliger Wohnkultur.
Franz Liszt wohnte zwischen 1869 und 1886 in der ehemaligen Hofgärtnerei, heute befindet sich dort das Liszt-Museum.
Neben dem Lagergelände des Konzentrationslagers sind in der Gedenkstätte Buchenwald auch vier ständige Ausstellungen zu besichtigen.
Bäder und Thermen in Weimar
Neben der Schwanseebad Schwimmhalle und dem Freibad gibt es noch die Avenida-Therme in Hohenfelden www.avenidatherme.de und die Toskana-Therme in Bad Sulza www.toskanaworld.net.
Gastronomie in Weimar
Acht der vierzig besten Restaurants Thüringens befinden sich in Weimar. Zu empfehlen ist sicher das „Anna Amalia“. Aber auch die typischen Weimarer Spezialitäten wie Weimarer Zwiebel- und Speckkuchen, Zwiebelsuppe, Klöße und Bratwurst wollen probiert werden. Und wer hat nicht schon von der Thüringer Rostbratwurst gehört.
Öffentliche Verkehrsmittel in Weimar
Mit der weimarCard haben Sie nicht nur freie Fahrt in den Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs, sondern auch Ermäßigungen in Museen, Theater, bei Stadtführungen und Kirchenführungen. Die weimarCard gibt es an Verkaufsstellen der Verkehrsbetriebe, bei der Tourist-Information und in Hotels in Weimar. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
Ausflugsziele in der Nähe von Weimar
Wer auf Goethes Spuren wandern möchte kann dies auf dem Goethewanderweg zwischen Weimar und Großkochberg. Goethe ging diese 28 Kilometer lange Strecke oft, wenn er Charlotte von Stein dort besuchen wollte.
Der Thüringer Drei-Türme-Weg ist 26 Kilometer lang und führt durch das Mittlere Ilmtal. An verschiedenen Stellen kann man auch die Ilmtalbahn nutzen. Der 125 Kilometer lange Ilmtal-Radweg ist der beliebteste Thüringens. Er führt vom Rennsteig im Thüringer Wald bis zur Mündung bei Großheringen.
Nur zwei Kilometer lang ist der Maria-Pawlowna-Promenaden-Weg, auf dem sie trockenen Fußes von Schloss Tiefurt nach Schloss Kromsdorf gelangen konnte.





