Die Geburtsstadt Heinrich von Kleists, Frankfurt an der Oder liegt im östlichen Brandenburg nahe der polnischen Grenze.

Sehenswürdigkeiten in Frankfurt (Oder)

Mit dem Bau der ehemaligen Hauptpfarrkirche St. Marien wurde 1253 im Stil der norddeutschen Backsteingotik begonnen. Die im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Kirche wird seit 1979 rekonstruiert und nachdem aus Beständen russischer Beutekunst auch 111 mittelalterliche Bleiglasfenster zurückgegeben wurden, werden auch diese wieder eingebaut. Genutzt wird die Kirche heute für Veranstaltungen.

Marienkirche © flickr/Charlie Dave

Erst 1432 von den Hussiten und dann 1631 von den Schweden zerstört wurde die St. Gertraud Kirche, die bereits 1368, als Kapelle der Gewandschneider außerhalb der Stadtmauern gelegen, erbaut.

Ehemals ein dreischiffiger Backsteinbau wurde die Kirche ab 1874 in neogotischer Form wieder aufgebaut.
Ende des 13. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Franziskaner Klosterkirche begonnen. Im Laufe der Zeit wurde sie erst zur Garnisonskirche und später zur Konzerthalle „Carl Philipp Emanuel Bach“.

Der in seinem Ursprung älteste Steinbau der Stadt, die Friedenskirche St. Nikolai, existierte bereits zur Stadtgründung im Jahre 1253. Nachdem die Marienkirche die Hauptkirche der Stadt geworden war und die Gottesdienste in die Franziskaner Klosterkirche verlegt worden waren, wurde die Nikolaikirche in ihrer Geschichte als Kornhaus, Heuschuppen, Pulvermagazin, als Krankenhaus und Gefängnis genutzt. Heute ist sie das „Ökumenische Europa-Zentrum“.

Sehenswert in Frankfurt an der Oder ist auch die Reliefwand „Geschichte der Alten Universität“ am Rande des Linnéparks. Die rund 10 Meter lange Sandsteinwand wurde von Walter Kreisel geschaffen. Neben dem nachempfundenen Portal der Universität zeigt die Mauer die Porträts alter Professoren der Universität.

Ebenfalls sehenswert sind die 1975 eingebauten Bronzetore, die die Eingangstüren zur Konzerthalle bilden. Von Axel Schulz gestaltet, ist das eine ein heiteres, das andere der 2,90 Meter hohen Tore ein ernstes Tor.

Eine nach 1253 erbaute ehemalige Kaufhalle mit Ratsstube und Gerichtslaube ist das heutige Rathaus Frankfurts. Zwischen 1607 und 1609 wurde es im Stil der Renaissance umgebaut und von 1911 bis 1913 nach Plänen von Fritz Beyer erweitert. Das im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Gebäude wurde ab 1950 mit den Einnahmen aus einer Lotterie wieder aufgebaut.

Die ältesten Bürgerhäuser Frankfurts an der Oder befinden sich an der Ecke Oderstraße und Forststraße. Ehemals als mittelalterliche Massivbauten entstanden und mehrfach umgebaut, sind sie heute vorwiegend klassizistisch gestaltet.

Rund 100 Jahre lang wurde der 1855 errichtete Gasometer der Stadt. Heute wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude nicht mehr genutzt und 2005 wurde auch der Teleskopgasbehälter entfernt.

Die Friedensglocke aus dem Jahre 1953 wurde von der damaligen CDU der DDR zur Erinnerung andie Unterzeichnung des Oder-Neiße-Friedensvertrages gestiftet und wird jedes Jahr am 1. September, dem Weltfriedenstag, geläutet.

Die Exerzierhalle in der Logenstraße wurde zwischen 1879 und 1882 errichtet und war Teil des Kasernenkomplexes des Frankfurter Leibgrenadierregiments König Friedrich Wilhelm III. Ab 1940 war darin eine öffentliche Küche mit Speisesaal für 1.200 Personen eingerichtet und nach 1945 wurde das Gebäude um rund ein Drittel gekürzt. Leider wurde es so häufig verputzt und überstrichen, dass die historische Fassade nicht mehr zu sehen ist.

Zwischen 1739 und 1742 als Pfarrhaus nach Plänen des Baudirektors Hedemann im Stil des Spätbarocks erbaut beherbergt das Doppelpfarrhaus heute das Stadtarchiv.

Geschichte Frankfurts (Oder)

  • Um 1226 Gründung der Stadt von fränkischen Kaufleuten, Markt- und Niederlagsrecht
  • 1253 mit eigenen Schiffen befahren Kaufleute aus Frankfurt die Ostsee
  • 1341/1350 Widerstand gegen Bischof von Lebus, der über die wohlhabende Stadt herrschen möchte
  • 1348 Frankfurt öffnet Markgraf Ludwig die von Kaiser Karl IV. belagerte Stadt und sicher ihm die Mark
  • 1502 erster Buchdruck
  • 1430 bis circa 1500 Mitglied der Hanse
  • 1506 Eröffnung der ersten brandenburgischen Landesuniversität
  • 1631 Frankfurt wird von den Schweden eingenommen
  • 1662 Frankfurt an der Oder wird als „Haupt- und Handelsstadt“ erwähnt
  • 1685 Ansiedlung von Hugenotten mit neuen Gewerbezweigen nach dem „Edikt von Potsdam“
  • 1697 bis 1699 der komplette babylonische Talmud wird in der Stadt zum ersten Mal in Deutschland gedruckt
  • 1777 Heinrich von Kleist wird in Frankfurt an der Oder geboren
  • 1811 Schließung und Verlegung der Universität nach Breslau
  • 1815 Sitz der Regierung des Regierungsbezirks Frankfurt und des Oberlandesgerichts
  • 1842 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Berlin-Frankfurt
  • 1855 das Gaswerk nimmt seinen Betrieb auf
  • 1874 das Wasserwerk wird eröffnet
  • 1898 Inbetriebnahme von Elektrizitätswerk und elektrischer Straßenbahn
  • 1945 die Innenstadt wird fast vollständig zerstört, nach dem Potsdamer Abkommen wird Frankfurt zur Grenzstadt und die ehemalige Dammvorstadt zur polnischen Nachbarstadt Słubice
  • 1951 der Wiederaufbau beginnt in der Bahnhofstraße
  • 1991 Gründung der „Europa-Universität Viandrina Frankfurt (Oder)“

Veranstaltungen und Kultur in Frankfurt  (Oder)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Seit 2001 Oderturmlauf
  • Seit 1966 Frankfurter Festtage der Musik
  • Jährlich Ende Mai/ Anfang Juni Theaterfestival der Europauniversität Viandrina
  • Seit 1992 Kleist-Festtage im Oktober
  • Seit 2003 Europäisches Festival für Lied-Weltmusik „transVOCALE“ in Frankfurt (Oder) und Słubice
  • Jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juli Hansestadtfest „Bunter Hering“

Museen

Rathaus © flickr/Charlie Dave

In der ehemaligen Garnisonsschule wurde 1969 das Kleist-Museum eingerichtet. Rund 250 Dokumente geben Auskunft über Leben und Werk Kleists. Außerdem beherbergt das Museum die umfangreichste Kleist-Sammlung.

Kunst aus dem Osten Deutschlands wird in über 11.000 Werken im Museum Junge Kunst ausgestellt. Sowohl im Rathaus als auch im PackHof des Museums in der C.-Ph.-E.-Bach-Straße.

Das kulturhistorische Museum Frankfurts ist das Museum Viadrina im Junkerhaus, das als eines der wenigen Gebäude der Innenstadt im Zweiten Weltkrieg verschont blieb. Es ist heute ein wertvolles barockes Baudenkmal.

Wildpark und ein Winterquartier für  Fledermäuse in Frankfurt (Oder)

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Wildpark im Stadtwald. Auf rund 16 Hektar Fläche können Besucher verschiedene Tiere naturnah erleben. Neben einer Teichlandschaft gibt es auch ein Streichelgehege und eine kleine Imkerei.

Ein Winterquartier für etwa 2.000 Fledermäuse befindet sich im Zentrum der Stadt in einer 1950 stillgelegten Brauerei. Unter den mehr als 30 Arten ist hier auch das Große Mausohr zu finden. Aber auch seltene Tiere wie die Teichfledermaus oder die Große und Kleine Bartfledermaus überwintern hier.

Gastronomie in Frankfurt (Oder)

Hier finden Sie Informationen zur Gastronomie in Frankfurt und Słubice.

Öffentliche Verkehrsmittel in Frankfurt (Oder)

Natürlich gibt es in Frankfurt auch Tagestickets für den öffentlichen Nahverkehr. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Messetermine in Frankfurt (Oder)

  • 08.-10. Oktober 2010 – JOB&KARRIERE, 2. Fachmesse für Beruf und Qualifizierung
  • 08.-10. Oktober 2010 – ODERLAND, 21. Frankfurter Herbstmesse
  • 19.-21. November 2010 – aktiv+gesund, 6. Messe für Fitness, Wellness & Gesundheit
  • 19.-21. November 2010 – Weihnachten, 6. Deutsch-Polnische Weihnachtsmesse
  • 19.-21. November 2010 – Food&Taste, 5. Internationale Lebensmittelmesse

Mehr Informationen zu den Messen und Veranstaltungen unter www.muv-ffo.de.

Frankfurt (Oder) © flickr/Charlie Dave

Ausflugsziele in der Nähe von Frankfurt (Oder)

Natürlich ist die Partnerstadt Słubice auf der anderen Seite der Oder einen Besuch wert.
Weitere Ausflugsziele sind der Oderbruch, die Seelower Höhen, das Fort Gorgast, Falkenhagen und Neuhardenberg im Norden. Im Süden Müllrose, Eisenhüttenstadt, das Zisterzienserkloster Neuzelle oder Beeskow. Im Westen Fürstenwalde, Bad Saarow am Scharmützelsee , Wendisch Rietz am Scharmützelsee und Storkow.  Im Osten Polen mit dem Zisterzienserkloster Paradyż, Burg Meseritz (Międzyrzecz), die Johanniterburg in Sonnenburg (Słonsk), Łagow, der Ostwall und das Jäger- und Anglerparadies Kreis Krosno (Crossen).