Sehenswürdigkeiten Berlins
Das Brandenburger Tor ist wohl das Symbol schlechthin für jeden Besucher. Ein Monument für Frieden und Sieg, das Symbol für Wiedervereinigung und das Wahrzeichen der Stadt Berlin.
1788 – 91 von Carl Gotthard Langhans aus Sandstein gebaut, zeigt es griechischen und römischen Einfluss im Baustil. Einst diente das Brandenburger Tor als Stadttor und war auch der prachtvolle Abschluss des Boulevards Unter den Linden.
Die 5 m hohe Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria solle wie in der klassischen Vorlage nackt den Streitwagen lenkend aufgestellt werden. Zahlreiche Proteste verhinderten dies, denn was sollte ein Reisender zu Berlin denken, wenn er so gegrüßt werden würde?
Auch Napoleon durchquerte das Tor und ließ lt. Siegerrecht die Quadriga zerlegen und abtransportieren nach Paris. 1884 erfolgte die Rückkehr nach Berlin (Befreiungskrieg). Die Quadriga wurde im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass man sie rekonstruieren musste. Zu DDR-Zeiten mussten der preußische Adler und das Eiserne Kreuz dem Stab mit Eichenlaubkranz in der Hand weichen. Heute zieren der Adler und das Kreuz wieder die Quadriga.
Das Holocaust-Mahnmal ist vor allem in der Dämmerung und bei Dunkelheit wirklich beeindruckend; die düstere Atmosphäre kommt dann besonders zur Geltung und es ist auch nicht sehr überlaufen. Am 10. Mai 2005 eröffnet, vieldiskutiert und dann endlich eingeweiht. Die Entwürfe stammen von amerikanischen Architekten Peter Eisenmann. Das Labyrinth aus 2711 grauen Betonstelen unterschiedlicher Höhe (20 cm bis 4,70m) wurde so aufgestellt, das es wie eine gigantische Wellenbewegung wirkt. Dieses Mahnmal gedenkt der 6 Millionen Juden, die Opfer des Holocaust wurden.
Ein Besuch im Reichstag gehört einfach dazu. Das Schlange stehen ist hart an manchen Tagen, lohnt sich aber auf jeden Fall. Nach gründlichem Sicherheitscheck ist man dann endlich oben: die verglaste, begehbare Kuppel kann man zeitlich unbegrenzt nutzen, um Berlin von oben auf sich wirken zu lassen. Die Verhüllungsaktion von Christo und Jeanne-Claude im Sommer 1995 war wohl das Spektakulärste.
Ein weiterer toller Aussichtspunkt ist der Balkon der Siegessäule. Das Symbol der preußischen Siege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. Die “Gold-Else”, wie sie von den Berlinern liebevoll genannt wird, steht im Zentrum des Platzes Großer Stern. Der Aufstieg mit 285 Stufen muss man allerdings selbst machen, kein Lift.
Unter den Linden ist sicherlich der bedeutendste Boulevard Berlins. Einst Reitweg und heute Standort zahlreicher teurer und prestigeträchtiger Firmen, Hotels etc.
Der Gendarmenmarkt ist sehr reizvoll mit seinen französischem und deutschem Dom und dem Schauspielhaus. 48 000qm groß wird er auch für open-air Programme genutzt.
Prachtvoll von innen und außen ist die Neue Synagoge. Gebaut im orientalischen Stil; die 50 m hohe Mittelkuppel erstrahlt in Gold und auch die Seitentürme unterstreichen den maurischen Stil. Von April bis September geöffnet, geschlossen an jüdischen Feiertagen.
Der Alexander Platz ist ein Anziehungspunkt für alle, aber man sollte sich von den professionellen Bettlern und auch Obdachlosen nicht vertreiben lassen. Das Schlange stehen für den Besuch des Fernsehturmes lohnt sich auf jeden Fall und auch die Weltzeituhr will gesehen werden.
Der Fernsehturm ist mit 368 m das höchste Gebäude Berlins und der drittgrößte Europas. 1969 eröffnet. Die verglaste Kugel, in der die Aussichtsplattform verborgen ist, hat einen Durchmesser von 32 m.,
Der Potsdamer Platz ist nicht nur voll von Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine tolle Einkaufsoase. Es wird geschmückt von der DaimlerChrysler-City, dem Sony-Center und dem Beisheim-Center. Auch haben Top-Hotelketten dort hochhinaus gebaut.
Die East Side Gallery ist ein 1,3 km langes Überbleibsel der Berliner Mauer; inzwischen künstlerisch aufgearbeitet. Das am meisten fotografierte Motiv ist wohl der Bruderkuss von Honecker und Breschnew.
Checkpoint Charlie ist eine Erinnerung an den Kalten Krieg. In den Straßen drumherum sind eingelassenen Bodenmarkierungen gesetzt worden, um den Mauerverlauf zu verdeutlichen. Schnurgerade auch durch Gebäude. Das dortige Mauermuseum ist sicherlich einen Besuch wert.
Ganz toll lässt es sich auf dem Kurfürstendamm spazieren, einkehren und einkaufen. Natürlich sticht die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche besonders hervor. Auch als Ruine (am Totensonntag 1943 von den Bomben der Alliierten zerstört) ist dies ein imposantes Gebäude, das die Geschichte in dieser modernen, lebhaften Straße wach hält.
Wem es am Alexanderturm zu voll ist, kann auch auf den “Langen Lulatsch” ausweichen. Der Funkturm am östlichen Rand des Messegeländes bietet ebenfalls eine tolle Aussicht über Berlin.
Das Olympiastadion ist ein beeindruckender Bau aus dem Jahre 1936. In Rekordzeit gebaut: 2 Jahre! Seit den 60er Jahren wird dieses geschichtsbelastete Stadion wieder regelmäßig benutzt.
Geschichte Berlins
8000 v.Chr. gab es die erste Besiedlung in der Altsteinzeit
700 v.Chr. erste frühgermanische Besiedlung
6./7. Jhd. westslawische Stämme siedeln hier
1134 – 70 Albrecht der Bär, erster Markgraf von Brandenburg
1197 erste urkundliche Erwähnung von Spandau
1237 erstmals werden Cölln und Wedding erwähnt, kurz darauf Schöneberg
1244 erstmals wird Berlin als Stadt genannt
1338 werden die Berliner Bären erstmals als Signet für eine Ratsurkunde verwendet
1369 Berlin erhält das Münzrecht
1539 die Reformation setzt sich durch
1576 – 1611 Pestjahre mit vielen Toten
1618 – 1648 Dreißigjähriger Krieg, die Vororte Berlins brennen ab
1640 – 1688 Unter der Regierung von Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm wird die Grundlage für den Aufstieg von Brandenburg-Preußen gelegt.
1647 1000 Linden und 1000 Nussbäume werde auf einer Allee vom Tiergarten zum Berliner Schloss gepflanzt; später als Unter den Linden bekannt.
1688 Kurfürst Friedrich III. krönt sich selbst 1701 zum König von Preußen und ist fortan Friedrich I. Die Friedrichstadt wird angelegt.
1717 Einführung der allgemeinen Schulpflicht
1740 – 1786 ist Berlin das Zentrum der Aufklärung. Es ist die Boomzeit für Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur
1756 – 1763 siebenjähriger Krieg; österreichische und russische Truppen besetzten Berlin
um 1800 ist Berlin nach London und Paris die drittgrößte Stadt Europas
1806 – 1808 besetzten Napoleons Truppen Berlin
1813 Befreiungskrieg
1838/39 Eisenbahnstrecke Berlin – Potsdam wird eröffnet
1879 wird von Werner von Siemens die erste elektrische Eisenbahn der Welt vorgestellt
1881 erster Telefonbetrieb mit 45 Teilnehmern; auch die erster elektrische Straßenbahn der Welt fährt in Berlin
1894 wird der Reichstag eingeweiht
1900 Berlin zählt 1,9 Millionen Einwohner
1902 die ersten Hoch- und Untergrundbahnen fahren in Berlin
1914 – 1918 erster Weltkrieg
1918 Kaiser Wilhelm II. dankt ab
1919 Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, den beiden bedeutenden Führungsfiguren der Kommunistischen Partei.
1924 erste Funkausstellung
1929 die Weltwirtschaftskrise trifft Berlin: 600 000 Arbeitslose
1936 XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin
1938 Reichskristallnacht: Zerstörung der Berliner Synagoge
1939 Beginn des Zweiten Weltkrieges
1940 Erste Luftangriffe auf Berlin
1941 erste Massendeportationen von Juden aus Berlin
1943 Ausruf des “totalen Krieges”, schwere Luftangriffe, missglücktes Attentat auf Hitler
1945 Selbstmord Hitlers, Einmarsch der Roten Armee, Kapitulationsunterzeichnung, die Stadt wird in vier Sektoren unterteilt
1946 Erlass der vorläufigen Verfassung von Groß-Berlin durch die Alliierten
1948 Währungsreform in den drei Westsektoren, Beginn der sowjetischen Blockade und Beginn der Luftbrücke der Alliierten
1951 Eröffnung der ersten internationalen Filmfestspiele “Berlinale”
1953 Volksaufstand in Ost-Berlin und der DDR
1957 Willy Brandt wird Bürgermeister von West-Berlin
1961 Beginn des Mauerbaues
1963 Besuch John F. Kennedys in Berlin
1967/68 Studentenunruhen
1971 Viermächte Abkommen wird unterzeichnet, das Berlin mit Status quo anerkennt
1987 750-Jahr Feier Berlins
1989 Krenz löst Honecker als Staats- und Parteichef ab, Rücktritt der DDR-Regierung, Maueröffnung
1990 Auflösung der DDR, Beitritt zur BRD, Berlin wird Hauptstadt
1994 Abzug der alliierten Streitkräfte aus Berlin
Öffentlicher Verkehr in Berlin
S- und U-Bahnen, Straßenbahn und Busse decken Berlin gut ab. Es gibt Tageskarten mit und ohne Umland, 7-Tageskarten, Kleingruppenkarten und ganz interessant sind die CityTourCards. Diese gibt es für 48 und 72 Stunden und berechtigen auch zu reduzierten Eintrittspreisen bei touristischen Einrichtungen.
Auch gibt es mehrere Fahrradverleihstationen.
Zoo, Baden und Seen
Berlin bietet gleich zwei Tiergärten. Einmal den Zoologischen Garten, der einen gleich am Eingang der Budapester Straße mit prächtigem Tor und steinernen Elefanten begrüßt. Gegründet 1844 und einer der Mitbegründer war Alexander von Humboldt. Grundstock der Tiersammlung war ein Geschenk von Friedrich Wilhelm IV. Ganz tragisch war das Jahr 1943 für die Bewohner des Tierparks. Innerhalb von Minuten starben fast 10 000 Tiere während eines Angriffs; nur 91 überlebten.
Das Vogelhaus im Zoologischen Garten ist das größte der Welt: 3300 qm. Auch das Aquarium des Zoos ist sehr beeindruckend.
Der Tierpark Friedrichsfelde ist das Gegenstück zum Westberliner Zoologischen Garten. Friedrichsfelde ist 1955 gegründet worden und seine 160 ha macht ihn zu einer der größten Landschaftstiergärten Europas. Auf 23 km Wegstrecke kann man an 9800 Tieren (1072 Arten) vorbeikommen. Es gibt hier sibirische Tiger, Panther und andere Großkatzen, auch afrikanische und asiatische Elefanten sowie Nashörner und Seekühe.
Jedes Stadtviertel hat mindestens ein Hallen- und Freibad, dazu gibt es noch etliche Strandbäder wie z.B. das Strandbad Wannsee oder Müggelsee. Das älteste Hallenbade ist das Stadtbad Charlottenburg. Die Thermen am Europa-Center sind riesig.
Gastronomie in Berlin
Berühmt ist die Berliner Currywurst nicht ohne Grund, also sollte man sie auf jeden Fall einmal genießen. Für Süße ist die Berliner Grütze mit Vanillesoße ein Klassiker. Bier wird hier nicht nur pur getrunken, sondern auch als Berliner Weiße mit Waldmeisterschuss oder Himbeerschuss.
Essensgelegenheiten gibt es in Hülle und Füller, national wie auch international. Sogar ökologisches wird angeboten wie z.B. im yellow sunshine. In der Galerie Lafayette kann man im Untergeschoss auch gut essen; das fällt definitiv in die gehobene “Kaufhausküche”.
Museen in Berlin
Die Museumsinsel ist zwar noch nicht vollständig bestückt, aber heute schon eine Meisterleistung und kann sich dann locker mit der Eremitage oder dem Louvre messen. Seit 1999 ist es auch UNESCO-Welterbe. Die Museumsinsel beherbergt das Alte Museum, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das Pergamonmuseum und das Bodemuseum.
Im Alten Museum wir die Antikensammlung gezeigt; Vasen, Schmuck und Skulpturen.
Im Neuen Museum gibt es seit 2009 ägyptische Kunst zu sehen. Die Büste der Königin Nofretete ist sicherlich das bekannteste Stück.
Die Alte Nationalgalerie musste während des Zweiten Weltkrieges herbe Verluste hinnehmen, denn nicht nur durch Kriegszerstörungen ging vieles verloren, auch wurden viele Exponate als “Entartete Kunst” gebrandmarkt. Heute sind vor allem die Romantiker zu sehen wie von Caspar David Friedrich oder Adolph von Menzel. Auch Meister wie Delacroix oder Courbet sind ausgestellt. Impressionisten wie Manet, Monet und Cezanne sind auch zu bewundern.
Das Pergamonmuseum zeigt türkische Ausgrabungsstücke; auch das römische Markttor von Milet (165 v.Ch.). Fassadenteile des Wüstenschlosses von Mschatta sind u.a. im Museumsteil für islamische Kunst zu sehen.
Das Bodemuseum beherbergt ein Münzenkabinett, Skulpturensammlungen mit Werken vom Mittelalter bis 18. Jhd. Auch byzantinische Kunst ist hier beheimatet.
Das Märkische Museum ist für alle, die Berlin wirklich verstehe wollen, geradezu perfekt; zeigt es doch in einer umfassenden Sammlung die Geschichte Berlins von ihren Anfängen bis heute. Schon von außen betrachtet ist der Backsteinbau in Gotik und Renaissance gehalten, ein Hingucker. Nahezu jedes Thema (z.B. Stadtentwicklung, Handwerk, Industrialisierung, Wissenschaft und Aufklärung) wird hier abgehandelt, natürlich aus sehr viel über die Teilung und Wiedervereinigung der Stadt.
Der Museumskomplex Dahlem besteht aus vier Museen und ist eine der bedeutendsten und reichsten völkerkundlichen Sammlungen Europas.
Das Ethnologische Museum entstand bereits 1873, aber seine Ursprünge liegen bereits im 17.Jhd. Eine halbe Millionen Ethnographica, zahlreiche musikethnologische Tonaufnahmen und 140 000 Fotodokumentationen sowie über 1000 völkerkundliche Filme sind dort zu sehen. Das Museum ist in die Abteilungen Afrika, Amerika, Islamischer Orient, Ost- und Nordasien, Süd- und Südostasien, Australien und Südsee untergliedert.
Das erst 1963 gegründete Museum für Indische Kunst ist das jüngste, aber die Sammlungen mit Schwerpunkt Indien, Indonesien und Zentralasien kann sich sehen lassen. 15 000 höchst seltene Kunstwerke sind zu bestaunen; die Sammlung war einmal viel bedeutender, aber ein großer Teil wurde von den Sowjets abtransportiert.
Das Museum für Ostasiatische Kunst wurde 1907 gegründet. Zahlreiche Exponate sind nun in der Eremitage in St. Petersburg zu sehen, denn diese wurden 1945 in die UdSSR gebracht. Doch noch immer gibt es sehr exquisite Stücke aus China, Japan und Korea. Diese Sammlung umfasst den Zeitraum Jungsteinzeit bis zur Gegenwart.
Das Museum für Europäische Kulturen ist auf den Arzt und Anthropologen Rudolf Virchow zurückzuführen. 1889 im Palais Creutz eröffnet, bekam die damalige Sammlung großen Zuwachs durch Stücke, die während der Weltausstellung 1893 in Chicago zusammengetragen wurden. Während der Kriegsjahre des Zweiten Weltkrieges gingen knapp 80% der Exponate verloren. Gezeigt wird heute die europäische Alltagskultur des 18.-21. Jhd. Schmuck, Votivbilder, Textilien, Haushaltsgegenstände, Keramiken und Spielzeug sind nur ein Teil dieser Ausstellung.
Im Brücke-Museum sind expressionistische Meisterwerke zu sehen.
Das Museumsdorf Düppel ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Es ist die Rekonstruktion einer mittelalterlichen Siedlung am Rande der Großstadt. Gegelgen am ursprünglichen Ausgrabungsort gibt es auch verschiedene Veranstaltungen zu bäuerlichen und historischen Themen. Vorführungen wie Schmieden, Töpfern und Brotbacken runden das Programm ab.
Die Topographie des Terrors ist eine Ausstellung, die man als Berlin-Besucher unbedingt erfahren haben sollte. Diese Dokumentation der Schreckensherrschaft der Nazis ist eindrucksvoll geschildert. Auf einer Freifläche zwischen Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße und Wilhelmstraße gelegen.
Natürlich sollte man auch am Checkpoint Charlie das Mauer-Museum besuchen. Infos aller Art vermitteln eindrucksvoll das geteilte Leben Berlins.
Messe Berlin
Informationen zu Messeterminen in Berlin finden Sie hier.





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